Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen können mit Druckgefühl, Juckreiz und Ohrgeräusche verbunden sein. Sie können plötzlich auftreten, einige Zeit anhalten oder chronisch sein. Unbehandelte Ohrenschmerzen können zur Verstärkung bestehender Symptome führen. Je nach Ursache und Verlauf kann es zu Schwindel, Fieber und Übelkeit sowie zu Tinnitus, Schwerhörigkeit oder sogar Taubheit kommen.

Ohren-Schmerzen können viele Ursachen haben. Besonders leiden Kinder darunter. Zu den häufigsten Auslösern zählen Entzündungen. In diesem besonders empfindlichen Organ befinden sich zahlreiche Nervenenden. Bereits kleinere Störungen können sehr schmerzempfindlich sein und unterschiedliche Beschwerden bewirken. Erfahren Sie hier, was sie selbst gegen Ohrenschmerzen unternehmen können und in welchen Fällen eine ärztliche Behandlung angebracht ist.

 

Ursachen von Ohren-Schmerzen

Das Ohr ist ein komplexes Organ. Durch die Ohrmuschel gelangen die Schallwellen in den Gehörgang und verursachen Schwingungen des Trommelfells. Dadurch werden die drei Gehörknöchelchen des Mittelohrs bewegt, wodurch das akustische Signal in der sogenannten Paukenhöhle verstärkt wird. Die anschließende Ohrtrompete (Eustachische Röhre) stellt die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenraum her. Hier kann ein Druckausgleich erfolgen. Ohrenschmerzen können durch unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden. Davon können der äußere Gehörgang, Mittelohr und Innenohr oder das Trommelfell betroffen sein. Schmerzen treten hauptsächlich bei Entzündungen auf, die durch Viren oder Bakterien entstehen können. Ebenso können Verletzungen oder mechanische Reize schmerzhaft sein. Ohrenscherzen können auch durch Beschwerden an der Halswirbelsäule oder im Kiefer- und Mundhöhlenbereich verursacht werden.

Zu den Ursachen für Ohrenschmerzen durch Entzündungen und Infekte zählen:

  • Akute und chronische Mittelohrentzündung
  • Entzündungen im Bereich des äusseren Gehörgangs wie Furunkel oder Gürtelrose
  • Ohrentzündung als Begleiterscheinung einer Grippe
  • Entzündung der Ohrmuschel (Perichondritis)
  • Gehörgangs-Entzündung als Folge von Diabetes
  • Zahnentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung
  • Gaumenmandelentzündung (Tonsillitis)
  • Ohrspeicheldrüsenentzündung durch Mumps oder Masern

Ohrenschmerzen aufgrund von nichtentzündlichen Ursachen:

  • Verschluss des Gehörgangs durch Bildung von Ohrenschmalz, Fremdkörper im Gehörgang
  • Trommelfellverletzungen
  • Schwerhörigkeit oder Tinnitus ausgelöst durch ein Knalltrauma
  • Gravierende Luftdruckunterschiede im Ohr durch Tauchen
  • Sonstige Ohrverletzungen (Unfälle, Verbrennungen)
  • Tumor in der Ohrmuschel oder im Gehörgang
  • Folge einer schweren Depression
 

Ohrenschmerzen

Symptome und Diagnose

Auftretende Beschwerden in einem oder beiden Ohren, das Gefühl eines Fremdkörpers im Ohr oder einsetzende Ohrgeräusche können auf beginnende Ohren-Schmerzen hindeuten. Ebenso können austretende Ohrflüssigkeiten auftretende Ohren-Schmerzen ankündigen. Um die Art und Intensität von bestehenden Ohrenbeschwerden zu ermitteln, führt zunächst ein Arzt ein Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese).



Dazu werden folgende Informationen erfragt:

  • Beginn, Dauer und Stärke der Ohren-Schmerzen?
  • Art der Ohren-Schmerzen: stechend, stumpf oder klopfend?
  • Aktuelle oder vorausgegangene Erkrankungen?
  • Liegen chronische Erkrankungen wie Diabetes vor?
  • Kam es kürzlich zu Besonderheiten wie Unfälle, Schwimmbadbesuche oder Tauchgängen?
  • Wurden bereits Massnahmen wie Hausmittel ergriffen?

Eine gesicherte Diagnose kann durch eine Ohrspiegelung (Otoskopie), Tubenfunktionsprüfung oder bildgebende Untersuchungsmethoden erstellt werden. Ebenso erfolgt ein Hörtest. Die Feststellung einer Infektion mit Entzündungswerten ist bei Bedarf durch eine Blutuntersuchung möglich.

 

Verlauf und mögliche Folgen

Ohren-Schmerzen können mit Druckgefühl, Juckreiz und Ohrgeräusche sowie Hörprobleme, Schwindel und Fieber verbunden sein. Sie können plötzlich auftreten, einige Zeit anhalten oder chronisch sein. Ohren-Schmerzen können sich stechend, klopfend oder dumpf darstellen. Beschwerden im Ohrbereich können nicht nur das Hören beeinträchtigen, sondern auch den Gleichgewichtssinn. Je nach der Ursache der Beschwerden können die Ohren-Schmerzen nach einiger Zeit unbehandelt wieder abklingen. Es ist jedoch auch möglich, dass ohne eine gezielte Behandlung erhebliche Folgen auftreten. Unbehandelte Ohren-Schmerzen können zur Verstärkung bestehender Symptome führen. Je nach Ursache und Verlauf kann es zu Schwindel, Fieber und Übelkeit sowie zu Tinnitus, Schwerhörigkeit oder sogar Taubheit kommen. Dauerhafte Folgen können die Lebensqualität erheblich einschränken. Dazu kann insbesondere eine unbehandelte Mittelohrentzündung führen. Ob eine Verschlechterung des Hörvermögens eingetreten ist, kann ein Hörtest klären. Häufig wird eine solche Veränderung dadurch deutlich, dass Klingeltöne (Haustür, Telefon) kaum noch wahrgenommen werden. Ausserdem kommt es aufgrund von Hörproblemen zu verstärkten Rückfragen bei Gesprächen. Ohrgeräusche wie Tinnitus verstärken die Verständnisschwierigkeiten. Bei einer Schwerhörigkeit können einige Frequenzen und Tonlautstärken kaum noch oder gar nicht mehr gehört werden. Bei Kindern kann die Ohrtrompete aufgrund der vorhandenen Enge durch ein Anschwellen der Schleimhaut vollständig verschlossen werden. Als Folge können Entzündungsflüssigkeiten und Eiter nicht aus dem Mittelohr abfliessen. Durch diesen Druck können starke Ohren-Schmerzen ausgelöst werden. Im Kindesalter können Mittelohrentzündungen mehrfach auftreten. Eine Beeinträchtigung des Hörvermögens sowie des Gleichgewichtssinnes kann eine erhebliche Gefahr für eine Teilnahme im Strassenverkehr darstellen.

 

Behandlungsmöglichkeiten von Ohrenschmerzen

Die Behandlung von Ohrenschmerzen richtet sich nach den festgestellten Ursachen. Daher sollte dazu im Regelfall ein Haus- oder Facharzt befragt werden. Je nach Beschwerdeart kann dies auch ein Zahnarzt sein. Kalte Aussentemperaturen sollten bei Ohrenschmerzen möglichst gemieden werden. Die Symptome können durch entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente gelindert werden. Abschwellende Nasensprays können bei gleichzeitig bestehendem Schnupfen einen unangenehmen Druck reduzieren. Je nach der Grunderkrankung können Antibiotika zum Einsatz kommen, um Komplikationen zu verhindern oder zu behandeln. Antibiotisch und entzündungshemmend wirkende Ohrentropfen können bei Gehörgangs-Entzündungen verwendet werden. Verursachen Ohrenschmalz oder ein Fremdkörper im Gehörgang die Ohrenschmerzen, sollte das Problem durch einen Arzt entfernt werden. Bei Tumoren, Zahn- oder Kieferproblemen können chirurgische Eingriffe erforderlich sein. Dauerhafte Einschränkungen der Hörfähigkeit können nach einem durchgeführten Hörtest durch moderne Hörgeräte ausgeglichen werden. Treten Ohrenschmerzen bei Babys und Kleinkindern auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Bei allen Betroffenen von Ohrenschmerzen mit Hör- oder Gleichgewichtsstörungen, Ohrblutungen oder Fieber sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

 

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Eine Behandlung mit Hausmittel in Eigenregie sollte nur erfolgen, wenn eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden kann. Eine Schmerzlinderung kann je nach Bedarf durch Wärme oder Kälte angebracht sein. Bei bestehenden Entzündungen kann Wärme jedoch zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen. In Zweifelsfällen sollte daher ein Arzt befragt werden. Können Hausmittel zur Anwendung kommen, wird häufig auf Infrarotlicht zurückgegriffen. Durch die Wärme der Infrarotlicht-Lampe werden Durchblutung und Stoffwechsel angeregt. Dadurch kann eine Linderung der Schmerzen erreicht werden. Ebenso kann Heilerde hilfreich sein. Mit Wasser vermischt und eingelegt in ein Leinentuch wird sie auf ein Ohr gelegt, bis die breiartige Masse getrocknet ist. Alternativ können desinfizierendes, entzündungshemmendes Senfmehl oder Zwiebelwickel (enthalten Senföl) verwendet werden. Als Hausmittel gegen Ohrenschmerzen können ausserdem warme Ohrenwickel mit Kamillenblüten zum Einsatz kommen.

 

Massnahmen zur Vorsorge

Täglich ausreichende Trinkmengen zur Gewährleistung einer guten Ohrdurchblutung und Sekretbildung sind empfehlenswert. Zugluft sollte insbesondere in den kälteren Jahreszeiten vermieden werden. Bei Bedarf bietet sich ein Ohrenschutz wie eine Mütze an. Bei Schnupfen sollte das Ablaufen des Sekrets durch Nasentropfen kurzfristig unterstützt werden. Zur Vorbeugung gegen Ohrenschmerzen können beim Schwimmen Ohrstöpsel genutzt werden. Zur Vermeidung von Entzündungen beim Urlaubsbaden kann sogenannte Badewatte schützen. Ein regelmässiger Wechsel von Stöpseln und Watte vermeidet eine Keimbildung. Druckbedingte Ohrenschmerzen beim Fliegen können durch Kaugummikauen verhindert oder reduziert werden. Länger anhaltender, übermässiger Lärm sollte vermieden werden. Bei einer unvermeidlichen Nutzung von lauten Arbeitsgeräten ist ein Hörschutz hilfreich. Babys und kleine Kinder sollten keinem Zigarettenqualm ausgesetzt sein, dadurch kann eine Mittelohrentzündung begünstigt werden. Auf Wattestäbchen oder ähnliches sollte zum Reinigen ausnahmslos verzichtet werden. Hörgeräte können die Gefahren im Strassenverkehr aufgrund einer eingetretenen Schwerhörigkeit deutlich reduzieren.