Ohrgeräusch

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Jeder Mensch hat Ohrgeräusche. Vergehen sie schnell wieder oder sind natürlich erklärbar, ist alles in Ordnung. Zu den bekanntesten krankhaften Ohrgeräuschen gehört der Tinnitus. Schätzungen zufolge leiden rund 30.000 Schweizer gelegentlich oder dauerhaft an dieser zumeist einseitigen Hörstörung.

Was sind natürliche Ohrgeräusche?

Wenn es ganz still wird, hören die meisten Menschen ein leichtes Piepen, Rauschen oder Pfeifen in den Ohren. Das ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Es ist möglich im Ohr den eigenen Puls, das Rauschen des Blutes oder Nervenspannungen wahrzunehmen.

Geräusche und Ereignisse, die einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, können eine Weile im Ohr nachklingen: Nach der Disco oder dem lauten Rockkonzert schwirren die Ohren noch bis weit in den nächsten Tag hinein. Bei einem Ohrwurm dagegen hängen Melodien oder Tonfolgen für eine Weile im Gehör fest.

Laute Rockkonzerte können Ohrgeräusche verursachen

Laute Rockkonzerte können Ohrgeräusche verursachen.

Bei längeren Aufenthalten in der Natur oder im Wind können sich ein mässig lauter Ohrton oder ein Pfeifen einstellen. Auch das ist kein Grund zur Beunruhigung.

Normalerweise verschwinden solche Hör-Eindrücke nach ein paar Stunden wieder. Leise Ohrgeräusche werden von normalen Menschen auch nicht weiter als störend wahrgenommen. Normale Ohrtöne treten in der Regel beidseitig auf.

Tinnitus und andere krankhafte Ohrgeräusche

Erst wenn die Töne im Ohr zur Belastung werden spricht man von einem Tinnitus.

Krankhafte Geräusche können sich als Klopfen, Pfeifen, Summen oder Zischen einstellen. Der Begriff Tinnitus kommt vom lateinischen Verb „tinnire“ für klingeln, klimpern oder schellen.

Als Auslöser gelten Stress, erhöhter Blutdruck, Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselerkrankungen oder Verspannungen im Kiefergelenk.

Ohrgeräusche können sich als Klopfen, Pfeifen, Summen oder Zischen einstellen

Ohrgeräusche können sich als Klopfen, Pfeifen, Summen oder Zischen einstellen.

Selbst das Hören des Pulses kann zu einer nervlichen Störung ausarten. Dann spricht man in Fachkreisen vom pulssychronen Tinnitus. Typisch für Tinnitus ist das einseitige Auftreten der ungewöhnlichen Geräusche.

Neben Tinnitus gibt es noch einige andere Erkrankungen, die Ohrgeräusche verursachen:

  • Ein Knalltrauma kann neben Schädigungen des Trommelfells mit einem vorübergehenden starken Geräusch im Ohr einhergehen.
  • Beim Hals-Wirbelsäulen-Syndrom entstehen Verspannungen, die auf Nerven drücken und neben Schmerzen auch Ohrgeräusche auslösen.
  • Während akuten Gehörgangsinfektionen treten Knackgeräusche oder ein Gluckern auf. Das ist im Rahmen einer Mittelohrentzündung normal. Wundflüssigkeiten im Ohr sorgen für Druckunterschiede und können bei den kleinsten Bewegungen im Gehör sehr intensiv wahrnehmbare Geräusche erzeugen.
  • Einige Medikamente können als Nebenwirkung Ohrgeräusche auslösen. Dazu gehören der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure in sehr hohen Dosen, Entwässerungsmedikamente und Malariamedikamente.

Therapie und Massnahmen bei dauerhaften Geräuschen

Wer es immer wieder in den Ohren klingeln hört, sollte es grundsätzlich langsamer angehen lassen. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Meditation oder autogenes Training können die Nerven und Gehör-Überreizung besänftigen. Fernsehen und Musik sollten nur in angenehmen Lautstärken genutzt werden.

Möchten Sie eine Beratung zum Thema Ohrgeräusch erhalten? Unsere Experten freuen sich auf Sie.

Ein Tinnitus kann auch mit Medikamenten behandelt werden. Die verbessern die Durchblutung des Innenohrs oder wirken insgesamt beruhigend. Manche Menschen steigern sich auch einfach in die Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr hinein. In diesen Fällen versuchen Therapeuten mit Entspannungstechniken und Verhaltenstherapie die Wahrnehmung der Patienten zu korrigieren.