Ohrenarzt

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Ein Ohrenarzt erkennt und behandelt Funktionsstörungen, Fehlbildungen, Verletzungen bzw. Erkrankungen der Ohren und führt auch Operationen zur Funktionserhaltung bzw. anatomischen Wiederherstellung durch.

Der Ohrenarzt praktiziert Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, ein Teilgebiet der Medizin, und behandelt Verletzungen, Fehlbildungen, Formveränderungen und Tumoren des Ohres. Des Weiteren werden vom Ohrenarzt auch plastisch chirurgische Eingriffe vorgenommen. Können Geräusche bzw. Töne nicht richtig wahrgenommen werden, so kann man bei einem Ohrenarzt auch einen Hörtest durchführen lassen.

 

Ohrenarzt - Studium & Weiterbildung

Zu Beginn der Ausbildung zum Facharzt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde steht das Medizinstudium. Das Studium dauert 6 Jahre und wird in den Universitäten von Basel, Bern, Genf, Lausanne, Zürich und Freiburg angeboten.
In dieser Studienzeit wird das medizinische Wissen für die Grundlagen der klinischen Medizin vermittelt. Daneben erlernt der Studierende die ärztlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten für eine praxisnahe Ausbildung zum Arzt. Das 6-jährige Studium wird mit dem Master of Medicine abgeschlossen.

Nach dem abgeschlossenen Studium der Humanmedizin kann mit einer Weiterbildung zum Facharzt oder zu Fachärztin in der Schweiz begonnen werden. Neben dem bereits erwähnten Facharzttitel des HNO-Arztes gibt es noch insgesamt 40 unterschiedliche Facharzttitel zu erwerben.

Nach 6 Jahren Medizinstudium beginnt die Weiterbildung zum Facharzt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Nach 6 Jahren Medizinstudium beginnt die Weiterbildung
zum Facharzt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Die 10 häufigsten Facharzttitel in der Schweiz sind:

  • 1. Allgemeine Innere Medizin
  • 2. Psychiatrie und Psychotherapie
  • 3. Kinder- und Jugendmedizin
  • 4. Gynäkologie und Geburtshilfe
  • 5. Anästhesiologie
  • 6. Praktische/r Ärztin / Arzt
  • 7. Orthopädische Chirurgie
  • 8. Chirurgie
  • 9. Ophthalmologie
  • 10. Radiologie

...

  • 16. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

(Quelle: Schweizerische Ärztezeitung, Stand: 2020)

Die Weiterbildungszeit nach dem Medizinstudium bis zum Facharzt für HNO beträgt fünf Jahre. Diese ist unterteilt in eine 24 Monate Basisweiterbildung im Gebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie 36 Monate Weiterbildung zum Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

 

Ohrenarzt in der Nähe unserer Filialen

In unserer unmittelbaren Nähe finden Sie verschiedene Ohrenärzte für eine genaue Bestimmung des Hörverlustes. Vereinbaren Sie einen Termin, um die medizinische Ursache der Hörminderung zu bestimmen und idealerweise eine professionelle Säuberung von ihren Ohren.

Ohrenarzt in Aarau
Ohrenarzt in Rapperswil
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Ohrenarzt in Zürich-Oerlikon

Wir übernehmen keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen.

 

Häufigste Eingriffe eines Ohrenarztes

BAHA (Knochenverankertes Hörgerät)
Bei einem knochenverankerten Hörgerät wird der Schall direkt über den Knochen übertragen, wodurch das geschädigte Mittelohr umgangen wird und das Innenohr durch Vibrationen angeregt wird. Diese Operation kommt bei einer Erkrankung im Aussen- oder Mittelohr mit Hörverlust resp. einer einseitigen Taubheit zum Einsatz.

Diese Operation wird von der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse übernommen.

Chronische Knocheneiterung (Cholesteatom Operation)
Als Cholesteatom des Ohres bezeichnet man ein Einwachsen von Haut in das Mittelohr mit nachfolgender chronischer Entzündung des Mittelohrs. Bei der Operation wird die eingewachsene Haut entfernt und der befallene Knochen gereinigt, um die chronische Entzündung zu beseitigen.

Diese Operation wird von der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse übernommen.

Cochlea Implantation
Das Cochlea-Implantat ist eine chirurgisch eingesetzte Hörprothese, welche bei hochgradig schwerhörigen oder ertaubten Patienten eingesetzt wird. Dabei ersetzt das Implantat die geschädigten Haarzellen, wandelt ein Schallsignal um und gibt es direkt an die Nervenzellen weiter.

Die Operation wird je nach Schwere und Angemessenheit von Ihrer Grundversicherung oder von der IV übernommen.

Operationen an den Gehörknöchelchen (Stapedotomie)
Bei einer Stapedotomie wird der Steigbügel im Mittelohr durch eine Prothese zu ersetzten. Durch diesen chirurgischen Eingriff könne Geräusche und Tone wieder zum Innenohr übertragen werden. Das Gehör wir danach in den meisten Fällen annähernd normal – Alternativ besteht die Möglichkeit einer Versorgung mit Hörgeräten.

Diese Operation wird von der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse übernommen.

Rekonstruktion des Trommelfells (Tympanoplastik)
Chronische Entzündungen, Unfälle und chronische Mittelohrbelüftungsstörungen können zu einem Loch im Trommelfell führen. Bei einer Tympanoplastik wird das Trommelfell wiederhergestellt und verschlossen, so dass Mittelohr wieder trocken und verschlossen ist. Dabei wird in den meisten Fällen auch eine Hörverbesserung erreicht.

Diese Operation wird von der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse übernommen.

Eine Ohrenärztin passt ein knochenverankertes Hörgerät an einem Patienten an

Eine Ohrenärztin passt ein knochenverankertes Hörgerät an einem Patienten an.

 

Untersuchung des Gehörs durch den Ohrenarzt

Bei einem Hörtest oder Audiometrie kann der Arzt mithilfe unterschiedlichster Verfahren die Gehörfunktion überprüfen, wobei dabei vor allem das Auflösungsvermögen bzw. die Empfindlichkeit des Hörorgans erfasst werden. Bei den Untersuchungsverfahren kann zwischen subjektiven und objektiven Tests unterschieden werden. Bei einer subjektiven Testung arbeitet der Patient mit, bei einer objektiven Testung ist hingegen keine aktive Mitarbeit notwendig.

Zu den subjektiven Tests zählen dabei die Tonaudiometrie, die Sprachaudiometrie, überschwellige Testverfahren sowie der Stimmgabeltest. Einen subjektiven Test kann der Arzt nur durchführen, wenn der Patient ansprechbar und wach ist bzw. sich auch auf verständliche Art und Weise ausdrücken kann. Für kleine Kinder bzw. eingeschränkte Patienten eignen sich hingegen objektive Tests besser. Dazu zählen die Hirnstammaudiometrie, otoakustische Emmissionen bzw. die Impedanzaudiometrie.

Der Stimmgabeltest
Erste Aufschlüsse kann der sogenannte Stimmgabeltest liefern, wobei hier der Rinne-Test und der Weber-Test zu den bekanntesten Verfahren zählen. Mithilfe dieser Testverfahren kann der Ohrenarzt entscheiden, ob die Schallempfindung bzw. die Schallleitung beim Patienten gestört ist.

Die Sprachaudiometrie
Bei der Sprachaudiometrie geht es darum, das Verstehen von Worten zu überprüfen. Der Patient hat hier die Aufgabe, Sprache bei verschiedensten Nebengeräuschen zu verstehen. Das gängigste Testverfahren ist hier der "Freiburger Sprachtest".

Die Tonaudiometrie
Mithilfe eines Tonaudiogramms kann der Ohrenarzt die individuelle Hörschwelle bestimmen. Dabei handelt es sich um den Wahrnehmungsbereich, in dem eine bestimmte Frequenz noch wahrgenommen werden kann. Mit dem Testverfahren der Tonaudiometrie kann der Ohrenarzt also die Innenohr-Funktionsfähigkeit überprüfen.

Überschwellige Testverfahren
Ein gesundes Innenohr kann laute Töne dämpfen bzw. leise Töne verstärken. Verliert man diese Fähigkeit, so empfindet man laute Töne als eher unangenehm und nimmt leise Töne kaum wahr. Mittels überschwelliger Testverfahren kann der Ohrenarzt den Ausgleich von Lautstärken überprüfen. Zu diesen Tests gehören beispielsweise der Lüscher-Test, der SISI-Test bzw. der Fowler-Test.

Die Impedanzaudiometrie
Bei einer Impedanzaudiometrie kann der Ohrenarzt feststellen, ob eine Mittelohrschädigung vorliegt, wobei sich das Verfahren aus der Messung des Stapediusreflexes bzw. aus der Tympanometrie zusammensetzt.

Otoakustische Emissionen
Otoakustische Emissionen sind nicht hörbare Töne, die an den äusseren Haarzellen entstehen. Bei einem sehr leisen Ton schwingen sie nach und verstärken das Signal. Ausserdem geben die äusseren Haarzellen auch eigene Töne ab, die man mithilfe einer Mikrofonsonde messen kann.

Die Hirnstammaudiometrie
Dieses Testverfahren prüft die Reaktion des Hörnervs sowie des dafür zuständigen Gehirnbereiches auf Reize. Zu diesem Zweck werden vom Ohrenarzt die elektrische Aktivität des Hirnstamms bzw. der Nerven gemessen.

 

Wann wird ein Hörtest durchgeführt?

Grundsätzlich führt der Ohrenarzt einen Test immer dann durch, wenn es Schwierigkeiten beim Wahrnehmen von Geräuschen bzw. Tönen gibt. Aber auch beim Auftreten von Schwindelereignissen, Ohrgeräuschen oder einem Hörsturz sollte die Funktion des Gehörs überprüft werden. Für Erwachsene gehört eine Testung auch zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung, bei Kindern führt man normalerweise im Alter von neun oder zehn Jahren einen Test durch.

Die Untersuchung des Gehörs und die Anamnese ist wichtig für den Ohrenarzt

Die Untersuchung des Gehörs und die Anamnese ist wichtig für den Ohrenarzt.

 

Schwerhörigkeit mithilfe eines Hörgerätes behandeln

Durch den Ohrenarzt kann auch die Verordnung eines Hörgerätes erfolgen. Mithilfe eines solchen Geräts kann man das Sprachverstehen wieder verbessern bzw. den Hörverlust ausgleichen. Allerdings können die Ursachen einer Schwerhörigkeit damit nicht beseitigt werden. Ein modernes Hörgerät besteht aus einem Vorverstärker, einem Filter, einem Mikrofon bzw. einem Audioprozessor, der individuell steuerbar ist. Darüber hinaus verfügt es auch über eine Verstärkerendstufe sowie einen ohrseitigen Wandler. Alle Geräte funktionieren auf ähnliche Art und Weise. Empfangene Schallsignale werden über das Mikrofon an das Hörsystem weitergegeben, die Geräte unterscheiden sich allerdings nach ihrer Art der Signalübertragung.

Knochenleitungshörgeräte (BAHA)
Mithilfe eines Knochenleitungshörgerätes wird das Signal auf den Knochen übertragen, wobei das Schallsignal linear verstärkt wird. Diese Art von Geräten eignet sich vor allem für Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der sich das Hörvermögen durch eine Operation nicht wesentlich verändert hat.

Luftleitungsgeräte
Bei einem Luftleitungsgerät erfolgt die Abgabe des Schallsignals über einen Lautsprecher, anschliessend wird es an den äusseren Gehörgang bzw. das Trommelfell weitergeleitet. Im Vergleich zu Knochenleitungshörgeräten sind Luftleitungsgeräte technisch etwas aufwändiger gestaltet, da auch eine Anpassung an die Aktivität des Hörvermögens notwendig ist.

Implantierbare Geräte (Cochlea Implantation)
Mithilfe von implantierbaren Hörgeräten erfolgt eine Umwandlung des Signals in elektrische Spannungsschwankungen. Der Gehörgang bleibt bei einem implantierbaren Gerät frei, was einige Vorteile mit sich bringt. Man kann beispielsweise dadurch das sogenannte Rückkopplungspfeifen vermeiden, darüber hinaus kann auch das Risiko für gesenkt werden. Implantate sind ausserdem eine mögliche Alternative, wenn keine Hörhilfe getragen werden kann, beispielsweise wenn man an Allergien oder Unverträglichkeiten leidet oder das Aussenohr missgebildet ist.