Ohrenstöpsel

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Hörgeräteakustiker und Ärzte sind sich einig: Lärm macht krank. Sowohl dauerhafter Lärm als auch plötzliche und sehr kurze Lärmbelastungen können in entsprechender Intensität nicht nur das Hörvermögen schädigen, sondern auch körperlich und psychisch krank machen. Auch vergleichsweise niedrige Lärmbelastungen gehen, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Nerven

Wer beispielsweise mit einem notorischen Schnarcher das Bett teilt und dauerhaft seines Schlafs beraubt wird, der weiss, wie zermürbend das sein kann. Hilfe und Schutz gegen verschiedene Arten der Lärmbelastung bieten Ohrenstöpsel, auch Gehörschutzstöpsel oder Ohrstöpsel genannt. Welche Arten es gibt, welche Vor- und Nachteile sie bieten, was es bei Kauf und Nutzung zu beachten gilt und was der Hörgeräteakustiker dabei tun kann, das beschreibt der vorliegende Artikel.

 

Warum ist Lärm so gefährlich für uns?

Gerade das Leben in Grossstädten bringt erhebliche Lärmbelastungen mit sich. Die Menschen leben auf engem Raum zusammen, Strassen, Schnellstrassen und Autobahnen sind Tag und Nacht voll und werden zunehmend weiter ausgebaut. Wirkliche Ruhe findet man, zumindest in Stadtgebieten, kaum noch. Bereits ab 55 Dezibel ist Lärm auch schädlich für das Innenohr und kann dauerhaft zu Hörverlust führen oder einen Tinnitus verursachen. Hörtests fallen dann sehr schlecht aus und das Tragen von Hörgeräten wäre dann unvermeidbar. Eine gut befahrene Landstrasse bringt allerdings bereits einen Pegel von gut 70 Dezibel und somit schon eine starke Hörbelastung mit sich.
Doch nicht nur der städtische Lärm macht uns zu schaffen. Viele Personen sind auch durch Arbeitslärm stark belastet und suchen zudem in ihrer Freizeit bewusst Orte mit teils extremer Belastung für das Gehör auf (Diskotheken, Konzerte). Gerade davor warnen Ärzte und Hörgeräteakustiker immer wieder.

Die ständige Lärmbelästigung ist eine der vielen Ursachen für Stress und Stresserkrankungen. Gefühlte Lärmbelastung steigt nicht linear: Eine Steigerung des Geräuschpegels um 10 Prozent wird doppelt so laut empfunden. Lärm wird, vermittelt durch Gehörgang, Mittelohr und Innenohr an unser Sinnes- und Nervensystem weitergegeben und wird im Gehirn als Hinweis auf potenzielle Gefahren interpretiert. Das löst Stress aus. Daraufhin steigen Blutdruck und Herzfrequenz. Dauerhafter Lärm und somit ständiger Stress erhöhen damit das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken und schliesslich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Ausserdem wird durch permanente Stressbelastung die Gesundheit anfälliger für virale Infekte und Magen-Darm-Erkrankungen. Lärm schlägt auch auf das Gemüt und kann dauerhaft sogar zu Depressionen führen.

 

Wie können Ohrenstöpsel das Gehör schützen?

Ohrenstöpsel

Ohrenstöpsel können als Gehörschutz Lärm in Höhe von bis zu 30 Dezibel abschirmen. Wenn man obige Beispiele nochmal heranziehen möchte, so ist dann der schnarchende Ehepartner schon deutlich weiger hörbar und der Nachtschlaf wieder gesichert. Die gesundheitsschädliche Lärmbelastung durch die Landstrasse wird beim Tragen von Ohrenstöpseln erheblich und auf ein gesundes Ausmass herabgesetzt. Wer übrigens mit luftdruckbedingten Ohrenschmerzen während eines Fluges zu kämpfen hat, dem können Ohrenstöpsel ebenfalls Erleichterung verschaffen.

Mehr oder weniger tief in den äusseren Gehörgang eingeschoben und korrekt angewendet können Ohrenstöpsel also einen enormen Lärmschutz leisten. Sie senken den Schalldruck, der vermittelt über Gehörgang und Mittelohr an das Innenohr weitergegeben wird. Damit schützen sie also vor Innenohrschäden und Hörverlust sowie vor Stress und seinen gesundheitlichen Folgen.

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Welche Arten von Ohrenstöpseln gibt es?

Der Handel bietet zahlreiche Varianten von Ohrenstöpseln an. Die Wahl des richtigen Ohrenstöpsels hängt von diversen Faktoren ab. Individuelle Vorerkrankungen an Innenohr und Gehörgang sowie andere gesundheitliche Einschränkungen oder das Tragen von Hörgeräten spielen dabei eine Rolle, aber auch das individuelle Tragegefühl, die individuelle Ohren- und Gehörgangsform und der Zweck, zu dem die Ohrenstöpsel getragen werden, sind ausserdem entscheidend.

Angeboten werden:

  • fertig geformte Ohrenstöpsel zum einmaligen Gebrauch
  • fertig geformte Ohrenstöpsel für den mehrfachen Gebrauch
  • individuell angefertigte Ohrenstöpsel
  • vor Gebrauch formbare Ohrenstöpsel
  • Spezialmodelle (beispielsweise Gehörschutzbügel mit Bändern für bestimmte Berufsgruppen oder frequenzsensible Modelle für Musiker)

Man unterscheidet auch Ohrenstöpsel, die eher im vorderen Bereich des Gehörgangs eingesetzt werden und diesen verschliessen (Vor-Ohr-Stöpsel) und Ohrenstöpsel, die tief in den Gehörgang eingeführt werden und sich dort ausdehnen (In-Ohr-Stöpsel). Ausserdem kann man passiven und aktiven Gehörschutz unterscheiden. Ohrstöpsel, die man zu aktivem Gehörschutz zählen kann, lassen sich hinsichtlich ihres Dämmungseffektes regulieren, lassen bestimmte Geräuschfrequenzen zu und werden beispielsweise von Berufsmusikern getragen.

Die Ohrenstöpsel lassen sich ausserdem anhand des Materials unterscheiden, aus dem sie gemacht sind. Es gibt Ohrenstöpsel aus:

  • Schaumstoff (auch wachsgetränkt)
  • weichem Kunststoff
  • Wachs
  • Watte
  • Silikon
  • Wolle

Hörgeräteakustiker können fachliche Auskunft geben und beraten, welche Ohrenstöpselvariante die Richtige ist.

 

Was gilt es bei der Anwendung zu beachten?

Ohrenstöpsel wirken als akustische Barriere zwischen Innenohr und Umwelt. Um als solcher Schutz auch wirksam zu sein, müssen sie zunächst korrekt eingesetzt werden. Der Gehörgang ist naturgegeben gebogen und meist wird der Ohrenstöpsel so nicht tief genug eingeführt. Er sitzt dann spürbar unangenehm und rutscht. Am besten lassen sich die Ohrenstöpsel einführen, indem man mit der freien Hand die obere Ohrmuschel nach oben lang zieht, den Ohrenstöpsel einführt und kurz wartet, bis er sich im Gehörgang etwas ausgedehnt hat. Lässt man dann die Ohrmuschel wieder los, so sitzt der Ohrenstöpsel sicher im Gehörgang. Hörgeräteakustiker können Hilfestellung für das richtige Einsetzen der Ohrenstöpsel geben.

Bei regelmässiger Anwendung von Ohrenstöpseln muss unbedingt auf eine gute Hygiene geachtet werden. Die Ohrenstöpsel sollten regelmässig gereinigt und auch hin und wieder ausgetauscht werden. Diabetiker, Tinnituspatienten und Personen mit starker Produktion von Ohrenschmalz sollten sich bezüglich der Nutzung von Ohrenstöpseln ärztlich oder bei einem Hörgeräteakustiker beraten lassen. Ausserdem sollten regelmässige Anwender von Ohrenstöpseln ungefähr alle sechs Monate ihr Ohr professionell reinigen lassen. Es sollte jährlich ein Hörtest beim Hörgeräteakustiker durchgeführt werden und die Ohren ärztlich untersuchen werden. Diese Hinweise gelten natürlich auch ganz besonders für Hörgeräteträger.

 

Welche Probleme können beim Tragen von Ohrenstöpseln entstehen?

Hörgeräteakustiker sowie Hals- Nasen und Ohrenärzte sind sich in der überwiegenden Mehrheit einig, dass unregelmässiges oder kurzes Tragen von Ohrenstöpseln in aller Regel völlig unproblematisch ist. Die ständige Anwendung von Ohrenstöpseln kann aber durchaus einige Probleme verursachen.

Das Ohr reinigt sich in der Regel selbst und muss allenfalls hin und wieder mit warmen Wasser und Waschlappen sanft gereinigt werden. Wird aber nun das Ohr durch Ohrenstöpsel verschlossen, so gerät das natürliche Mikroklima des Ohres aus dem Gleichgewicht. Das Ohr erkennt den Ohrenstöpsel als Fremdkörper und versucht, diesen mit erhöhter Ohrenschmalzproduktion loszuwerden. Dadurch kann sich ein Pfropf bilden, der bei jeder Anwendung immer weiter in Richtung Mittelohr verschoben wird und dort einen Druckschmerz verursachen kann. Dann muss das Ohr ärztlich gereinigt werden.
Wenn wegen der Ohrenstöpsel nur noch wenig Sauerstoff in das Ohr gelangt und zusätzlich Ohrenschmalz das Ohr verstopft, so haben Krankheitserreger leichtes Spiel und können eine Pilzinfektion oder eine Gehörgangsentzündung (Otitis) verursachen. Symptome einer Otitis sind Juckreiz, vermehrte Sekret- und Krustenbildung im Gehörgang sowie unter Umständen Schmerzen und Fieber. Im Allgemeinen kann das Tragen von Ohrenstöpseln bei empfindlichen Personen Reizungen und Rötungen im Gehörgang verursachen.

Neben Reizungen und Erkrankungen des Gehörgangs kann auch die Wahrnehmung von dauerhafter Ohrenstöpselnutzung geschädigt werden. So kann die Wahrnehmungsschwelle deutlich herab- oder heraufgesetzt werden. Ausserdem wird in der Wissenschaft eine „Ohrenstöpselsucht“ diskutiert. Es treten dann Gewöhnungseffekte ein. Eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme können die Folge sein.

 

Wo können Ohrenstöpsel gekauft werden?

Vor allem Hörgeräteakustiker bieten alle Varianten von Ohrenstöpseln an. Supermärkte, Discounter sowie Drogerien führen ausserdem verschiedene Arten von Ohrenstöpseln. Ausserdem sind sie in Baumärkten erhältlich. Ohrenstöpsel aus besonders verträglichen Naturmaterialien sind in gut geführten Reformhäusern oder Biosupermärkten erhältlich.
Gerade Personen mit Vorerkrankungen, Träger von Hörgeräten oder besonders sensible Personen sollten sich allerdings professionell in Sanitätshäusern, in der Apotheke oder beim Hörgeräteakustiker beraten lassen und die Ohrenstöpsel dort erwerben.

Hinweis
Dieser Beitrag ist eine Ergänzung der Shopkategorie Gehörschutz.
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