Ohrentropfen
Adrian Meier
Adrian Meier Redaktor für Gesundheit

« Zurück zur Blog-Übersicht

Ohrentropfen lindern Schmerzen und helfen bei Entzündungen sowie Juckreiz. Sie reinigen Ohrenschmalzpfropfen und beugen Komplikationen im Gehörgang vor. Ohrentropfen können sehr wirkungsvoll sein, wichtig ist jedoch, dass sie korrekt angewandt werden.

Welche Tropfen sich besonders gut eignen, wann und wie sie verwendet werden und worauf geachtet werden sollte, erklären wir im nachfolgenden Blog über Ohrentropfen.

 

Ohrentropfen bei Schmerzen

Welche Ohrentropfen wirken Ohrenschmerzen? Oftmals lassen sich Ohrenschmerzen auf eine Otitis externa (Gehörgangentzündung), also eine Entzündung des äusseren Gehörgangs, zurückführen. Diese Entzündung wird in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen. Dauert sie nicht länger als ein paar Tage oder Wochen an, wird von einer akuten Otitis externa gesprochen. Was hilft bei einer Entzündung im Ohr? Eine übliche Behandlung dieser Ohrenentzündung beinhaltet sowohl Schmerzmittel als auch desinfizierende Ohrentropfen. Diese sind meist ohne ein Rezept in Apotheken erhältlich. Häufig kann der Arzt aber auch rezeptpflichtige Ohrentropfen verordnen. Diese enthalten beispielsweise Kortison/Cortison oder Antibiotika.

 

Vorteile von lokalen Ohrentropfen

Lokale Tropfen fürs Ohr haben den Vorteil, dass sie direkt und schnell an Ort und Stelle wirken. Ohrentropfen sind also emulgierte- oder suspendierte- Flüssigkeiten welche durch die Pipette punktuell im Ohr angewendet und dosiert werden kann. Dadurch lässt sich oftmals die Einnahme anderer Medikamente einsparen, die geschluckt werden müssen und somit den gesamten Organismus belasten. Dies reduziert das Risiko für mögliche Wechsel- oder Nebenwirkungen.

 

Vorteile von oralen Präparaten gegenüber Ohrentropfen

Tropfen welche oral, also über den Mund eingenommen werden, haben den Vorteil, dass sie das schmerzende Ohr nicht berühren. Des Weiteren besteht kein Risiko, dass das Medikament in das Innenohr gelangt und dort Schäden verursacht. Dies kann geschehen durch eine Trommelfellverletzung wie einem Riss oder Loch im Trommelfell (Trommelfellperforation).

Bei Kindern und Erwachsenen, welche unter einer Mittelohrentzündung oder einem Paukenerguss leiden, gilt Vorsicht bei einem im Trommelfell eingesetzten Paukenröhrchen. Hierbei wird dieses indes von einem Ohrenarzt indiziert und dieser kann Betroffenen die geeigneten Ohrentropfen verschreiben.

 

Anwendung Ohrentropfen

Wann sind Ohrentropfen sinnvoll? Lokale Ohrentropfen können in manchen Fällen sinn- und wirkungsvoll sein, in anderen sollten sie jedoch besser nicht verwendet werden. In welchen Fällen Ohrentropfen helfen können?

  • Bei Schmerzen (Otalgie)
  • Bei Infektionen im äusseren Gehörgang
  • Bei Entzündung im äusseren Gehörgang (Gehörgangsentzündung)
  • Bei verhärtetem Ohrenschmalz (Cerumen) und Ohrpfropf
  • Bei Reizungen
  • Bei Hauterkrankungen

Unter Umständen kommt auch eine Ohrensalbe zum Einsatz, so zum Beispiel nach einer Operation wie zum Beispiel bei einer operativen Entfernung eines Gehörgangsfurunkels oder Tumors. Aber auch bei einem Ekzem. Hierbei helfen homöopathische Ohrentropfen nicht.

Des Weiteren können sie auch prophylaktisch als sogenannte Tauchertropfen angewandt werden. Schwimmer und Taucher greifen gerne auf pflegende und wirkstofffreie Präparate zurück, um der hohen Belastung beim Druckausgleich entgegenzuwirken. Diese Produkte bilden einen schützenden Film und beugen somit möglichen Komplikationen im Gehörgang vor.

 

Wirkungen Ohrentropfen

Tropfen für das Ohr sind flüssige Zubereitungen, die für die Anwendung im Gehörgang vorgesehen sind. Die Wirkstoffe, welche die Tropfen enthalten, sind in einer geeigneten Flüssigkeit gelöst, suspendiert oder emulgiert. Die Tropfen können befeuchtende, pflegende und abhängig von den enthaltenden Wirkstoffen Eigenschaften haben:

  • Schmerzbetäubend
  • Schmerzstillend
  • Juckreizlindernde
  • Antiseptisch
  • Antiallergisch
  • Entzündungshemmend
  • Antibakteriell
  • Pfropfauflösend (Ohrenschmalz)
 

Allgemeine Nebenwirkungen Ohrentropfen

Unerwünschte Nebenwirkungen sind individuell und von den jeweiligen Ohrentropfen abhängig. Mögliche Nebenwirkungen können folgende sein:

  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Missempfindungen
  • Rötungen
  • usw.

Bei lokalen- und allergischen Reaktionen gilt es diese abzusetzen und sofort den Hausarzt oder Ohrenarzt zu kontaktieren. Dieser kontrolliert und kann allfällig alternative Ohrentropfen verschreiben.

 

Ototoxische Nebenwirkungen Ohrentropfen

Einige Ohrentropfen haben Wirkstoffe mit ototoxischen Eigenschafen. Diese toxischen (giftig) Substanzen können bei einem traumatisierten Trommelfell (z.B. Loch) zu einer Schädigung des Innenohres führen. Die Schädigung äussert sich durch einen Hörverlust, und/oder Schwindel und Tinnitus. Eine ototoxische Wirkung ist zum Beispiel beim Medikament Aminoglykosid-Antibiotika bekannt:

  • Neomycin
  • Streptomycin
  • Gentamicin

Vor der Therapie ist eine Otoskopie vom Gehörgang und Trommelfell nötig.

 

Kontraindikationen bei Ohrentropfen

Vor Kontraindikationen informiert Sie Ihr Arzt oder Apotheker. Dies gilt ohnehin für die Abgabe an Babys, Kinder, Schwangere, Diabetiker, usw. Fragen Sie vor der Anwendung von verschreibungspflichtigen Ohrentropfen immer Ihren Arzt nach Kontraindikationen. Selbes gilt im Zusammenhang mit allfälligem Fieber oder bei einer Erkältung. Zusätzlich gilt es immer den Beipackzettel zu studieren. Mögliche Kontraindikationen sind:

  • Überempfindlichkeit
  • Perforiertes Trommelfell
  • Nach Gehörgangs-Operationen
  • Virale Infektionen
  • Pilzinfektionen (Glucocorticoide)
  • Mittelohrentzündung (Antibiotika)
 

Wann sollte auf Ohrentropfen verzichtet werden?

Generell sollten Tropfen fürs Ohr nur äusserlich angewendet werden. Denn geraten diese ins Mittelohr, können sie schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Das kann bis hin zur Hörschädigung oder sogar Ertaubung führen. Verantwortlich sind ototoxische Inhaltsstoffe. Diese können das Gehör schädigen. Damit die Verwendung von Tropfen nicht schädlich ist, muss bei der Verwendung darauf geachtet werden, dass das Trommelfell nicht beschädigt ist. Die sicherste Methode herauszufinden, ob das Trommelfell intakt ist, ist eine Ohrspiegelung eines HNO-Arztes. Ohne zu wissen, ob eine Trommelfellschädigung vorliegt, sollte auf eine Selbstmedikation vorsichtshalber verzichtet werden.

 

Schritt-für-Schritt Anwendung von Ohrentropfen

Wie mache ich mir selber Ohrentropfen ins Ohr? Die Anwendung für lokale Präparate ohne Rezept ist gleich, wie die Anwendung für Präparate mit Rezept. Nachfolgend ein paar wichtige Tipps für die korrekte Einnahme.

Schritt 1:
Die richtigen Tropfen anwenden. Dies sollte mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.

Schritt 2:
Ohrtropfen-Suspensionen müssen direkt vor dem Gebrauch geschüttelt werden.

Schritt 3:
Anwendung nur bei intaktem Trommelfell. Ausnahme ein Ohrenarzt (HNO/ORL) verordnet es.

Schritt 4:
Die Tropfen sollten körperwarm sein, denn kalte Flüssigkeiten können Schwindel oder Schmerzen hervorgerufen. Daher sollten sie weder erhitzt noch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ein hilfreicher Trick ist es, die Flasche ein paar Minuten in der Hand oder der Hosentasche aufzubewahren, um sie so auf die Körpertemperatur zu bringen.

Schritt 5:
Üblich ist es, das Medikament in liegender Position in das Ohr zu tröpfeln. Die natürliche Krümmung des Gehörgangs kann ausgeglichen werden, in dem beim Einträufeln des Präparats das Ohrläppchen nach hinten-oben gezogen wird. Bei Kleinkindern nach hinten, unten. Nach der Anwendung sollte ca. fünf Minuten in der liegenden Position verweilen, um sicher zu gehen, dass sich die Wirkstoffe gut verteilen. Die Anwendung ist einfacher, wenn das Medikament von einem Helfer eingeträufelt wird. Wenn der Knorpel am Eingang des Gehörgangs schnell hoch- und runter geschoben wird, verteilen sich die lokalen Tropfen besser.

 

Wichtige Hinweise zur Behandlung mit Ohrentropfen

  • Das Ohr sollte keinesfalls mit Watte verschlossen werden, sondern zur Belüftung offenbleiben. Es kann sonst ein feuchtwarmes Klima entstehen, in dem sich Keime besonders wohlfühlen und schnell vermehren.
  • Bei einer Überempfindlichkeit oder Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe oder bei Stoffwechselerkrankungen, sollten solche lokalen Präparate nicht zum Einsatz kommen. Auch in der Schwangerschaft sollte die Behandlung mit Ohrentropfen genaustens mit einem Facharzt abgesprochen werden.
 

Rezeptpflichtige oder rezeptfreie Ohrentropfen

Die meisten lokalen Tropfen fürs Ohr enthalten die folgenden Wirkstoffe:

  • Salicylsäureverbindungen
  • Phenazon
  • Procain
  • Antibiotika
  • Kortison
 

Rezeptpflichtige Ohrentropfen Präparate

Tropfen die Antibiotika und / oder Kortison enthalten, sind immer rezeptpflichtig. Da es beim Einsatz dieser Tropfen zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann, müssen diese Ohrentropfen vom Arzt verschrieben und auf die restlichen Medikamente angepasst werden.

 

Rezeptfreie Ohrentropfen Präparate

Tropfen, die ohne Rezept zu bekommen sind, enthalten häufig die ersten drei obengenannten Wirkstoffe. Der Inhaltsstoff Procain ist ein Lokalanästhetikum. Es schaltet Schmerzrezeptoren im äusseren Gehörgang aus. Daher wird dieser Inhaltsstoff von einigen Ärzten für als gefährlich empfunden, denn er unterdrückt den Schmerz, unser wichtigstes Warnsignal. In der Apotheke werden ebenfalls rezeptfreie Mittel erhalten, die homöopathisch sind.

 

Homöopathische Ohrentropfen und Hausmittel

Gegen rezeptfreie homöopathische Produkte wie z.B. Ohrentropfen von Similasan©, bachmaier® oto-fresh Pflegecremes mit Indischem Weihrauch, Aloe vera oder milden Ölen ist nichts einzuwenden.

Vorsicht gilt es bei Hausmitteln wie heissem Öl. Lassen Sie immer die Finger weg von heissem Öl! Heisses Öl verbrüht innert Kürze Ihr Trommelfell und verbrennt Ihre dünne Haut im Gehörgang. Wenn Sie in Internet-Foren lesen, man könne Ohren mit heissem Öl spülen oder gegen Mittelohrenzündungen mit heissem Öl vorgehen, dann tun Sie das ja nicht! Verwenden Sie auch nicht Essigsäure und dergleichen sondern nur von der Arzneimittelbehörde zugelassene Produkte.

 

Welche Ohrentropfen Präparate können angewandt werden?

Otalgan und Otovowen gehören zu den bekanntesten und meistverwendeten Ohrentropfen gegen Schmerzen.

Otalgan®:

Bei Schmerzen und Entzündungen des äusseren Gehörgangs können Otalgan Tropfen wirkungsvoll sein. Sie normalisieren durch ihr saures Milieu den entzündeten Hautbereich und beugen somit der weiteren Ausbreitung von Krankheitskeimen vor. Die Tropfen sollten bis zum entzündeten Trommelfell vordringen, um dort ihre volle Wirkung zu entfalten.

Otovowen®:

Dieses Produkt ist homöopathisch und wird auf rein pflanzlicher Basis hergestell. Es kann bei Mittelohrentzündung und Schnupfen eingenommen werden. Die Tropfen werden oral eingenommen, so muss das schmerzende Ohr nicht berührt werden, was vor allem bei Kindern von Vorteil ist. Otovowen wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.

 

Reinigen von verstopften Ohren mittels Ohrentropfen

Unser Ohr ist ein selbstreinigendes Organ. Das Ohrenschmalz welchen unser Ohr produziert, dient als Barrierefunktion und schützt somit unseren Organismus vor Infektionen. Des Weiteren befördert es abgestorbene Hautpartikel und Schmutz nach aussen. Eine Ohrreinigung sollte nur bis dorthin reichen, wo der Gehörgang beginnt, damit der Selbstreinigungsmechanismus nicht gestört wird. Erst wenn sich ein Pfropfen im Ohr bildet, der auf die Überproduktion von Ohrenschmalz zurückzuführen ist, entsteht ein Problem. Denn dieser Pfropfen kann den Gehörgang komplett verschliessen. Ist dies der Fall kommt es zu Schwerhörigkeit und einem unangenehmen Druckgefühl. Eine hohe Produktion von Ohrenschmalz hängt nicht mit einer mangelnden Hygiene zusammen. Vorwiegend sind alte Menschen und Männer davon betroffen. Es kann aber auch eine Überproduktion von Geburt an bestehen. Auch In-Ear-Kopfhörer, Ohrstöpsel und Hörgeräte können bei hohem Einsatz zu einer erhöhten Ohrenschmalzbildung führen und auch ständige Reinigung des Ohrs und Entfernung des Ohrenschmalzes können eine Überproduktion ankurbeln.

Im Alltag können Ohren mit Wattestäbchen gereinigt werden. Eine Regel lautet, dass diese jedoch nicht weiter in das Ohr gesteckt werden sollten, als der kleine Finger hineinpasst. Ist ein Ohr verstopft, kann es mit speziellen Ohrensprays oder Tropfen aus der Apotheke wieder freigesetzt werden. Vor allem Hörgeräteträger profitieren von der regelmässigen Anwendung von Ohrensprays oder Tropfen. Da diese die Bildung von Pfropfen verhindern. Mit diesen Produkten lässt sich ebenfalls die Schweissfalte hinter dem Ohr reinigen. Reinigende Mittel gibt es schon für Kinder ab drei Jahren. Bemerkt man ein verstopftes Ohr bei einem kleineren Kind, sollte die Behandlung unbedingt von einem Facharzt angewiesen werden.

Für die Reinigung verstopfter Ohren dienen sowohl Ohrensprays, Tropfen oder auch Ohrenöle. Diese werden sowohl in Apotheken als auch in Online-Shops günstig und von vielen verschiedenen Herstellern angeboten.

 

Ohrentropfen für Tiere

Es gibt selbstverständlich auch Ohrentropfen und Ohrensalben für Nutztier- und Kleintiermedizin. So zum Beispiel für Tiere wie Hunde, Katzen oder Meerschweinchen. Bekannt sind z.B. Akarizide-Ohrentropfen gegen Parasiten wie Milben. Aber auch Tiere können Verletzungen am Ohr wie ein Mensch haben oder z.B. eine Aussenohrentzündung (Ohrenzwang). Hierbei werden meist auch Ohrentropfen mit Antibiotika und entzündungshemmenden Wirkstoffen angewendet. Wichtig vor der Behandlung ist die gründliche Reinigung des Gehörganges und ein intaktes Trommelfell. Unter Umständen muss der Tierarzt vorgängig die Ohren noch spülen und allfällige Fremdkörper entfernen. Da sich Hunde schütteln, muss unter Umständen ein mit Alkohol getränkter Gazestreifen zur Trocknung und Desinfektion eingesetzt werden. Wichtig ist es, diesen häufig zu wechseln und den Gehörgang nicht zu sehr zu verschliessen.

Eine Halskrause verhindert das Kratzen an den Ohren des Tieres.

 

Ohrentropfen nicht Online im Ausland kaufen

Kaufen Sie keine Ohrentropfen Online im Internet ausserhalb der Schweiz. Ohrentropfen sind Medizinalmittel und müssen von der Behörde Swissmedic zugelassen sein. Über einen ausländischen Anbieter, welchen Sie nicht kennen, können Sie Gefahr laufen, ototoxische und schädigende Ohrentropfen zu erhalten. Riskieren Sie nicht die Gesundheit Ihrer Ohren.

 

Haltbarkeit von Ohrentropfen

Ohrentropfen enthalten einen oder mehrere Wirkstoffe, welche in einer geeigneten Flüssigkeit aufgelöst wurden. Diese Produkte haben nebst dem Haltbarkeitsdatum auch eine nach dem Anbruch begrenzte Haltbarkeit. Entsorgen Sie abgelaufene Ohrentropfen bei Ihrem Apotheker, der Drogerie oder Ihrem Arzt.