Tinnitus
Adrian Meier
Adrian Meier Redaktor für Gesundheit

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Tinnitus ist ein Ohrensausen, Pfeifen oder Rauschen, welches permanent oder wiederkehrend ist. Die Lautstärke des Ohrensausens wird von Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen und belastet im Alltag. Tinnitus Symptome sind Geräusche ohne äussere Schallquelle, welche Aussenstehende nicht hören.

Der Tinnitus kann verschiedenen Ursachen haben und es wird zwischen einem aktuen und einem chronischen Tinnitus unterschieden. Treten die Ohrengeräusche länger als sechs Monate auf, sprich man von einem chronischen Tinnitus. Der Tinnitus ist keine Krankheit und tritt meist als Symptom einer Krankheit des Mittelohr, des Innenohr oder als Folge einer psychischen Belastung auf. Leidet der Betroffene nebem dem Ohrensausen an Schwindel kann ein Morbus Menière vorliegen und sollte von einem Arzt untersucht werden.

 

Ursprung und Geschichte des Tinnitus

Tinnitus ist ein Phänomen, welches bereits seit Jahrtausenden bekannt ist und vermutlich so alt wie der Mensch selbst.

Erstmalig erwähnt wurden Ohrgeräusche offenbar im alten Mesopotamien um 2700 v.Chr.

Schriftlich erwähnt werden Ohrgeräusche erstmalig im Assyrischen Reich des Königs Assurbanipal (Aššur-bāni-apli - 668-626 v. Chr.). Dies in Zusammenhang mit einer zugehörigen Therapie (in Fragmentform im Britischen Museum). Von «Singen im Ohr» ist die Rede und von folgendem Zitat: «Wenn die Hand eines Geistes einen Mann ergreift, und seine Ohren singen, dann sollst du Myrrhe zerstoßen, in Wolle einrollen, mit Zeder-Saft besprengen.» darauf war folgender Zauberspruch zu sagen: «darauf sprich die Zauberformel, genannt A KIR. GAB hat Ea gemacht.».

Im alten Ägypten galt Tinnitus bereits als Krankheit und man tropfte sich Kräutersäfte über einen Halm in das Aussenohr zur Behandlung des «Sturms im Ohr».

Hippokrates von Kos (460-370 v. Chr.) ein griechischer Arzt und Lehrer schrieb über den Tinnitus; es sei eine krankhafte Störung der inneren Harmonie und des biologischen Gleichgewichtes des Menschen.

Im alten Rom galt Tinnitus als eine Auszeichnung der Götter. Die Vorstellung der Römer war, dass ein Tinnitus eine verschlüsselte göttliche Botschaft enthalte, welche der Betroffene nun seinen Mitmenschen offenbaren sollte.

Paracelsus (1493-1541), ein bekannter Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker & Philosoph im Mittelalter beschrieb erstmals einen Zusammenhang zu Lärmschäden und Schwerhörigkeit.

Weitere Persönlichkeiten in der Geschichte und heute, welche mit Tinnitus in Zusammenhang erwähnt werden:

  • Martin Luther (1483-1546) deutscher Augustinermönch und Theologieprofessor
  • Vincent van Gogh (1853 – 1890) niederländischer Maler und Zeichner > Schnitt sich 1888 das linke Ohr ab
  • Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) deutscher Komponist und Pianist

Der bekannte deutsche Komponist und Pianist Ludwig van Beethoven zum Beispiel schrieb vor über 200 Jahren einem Brief an seinem Freund und Mediziner Franz Wegeler: «Nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort. Ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu.» Er war der wohl berühmteste dokumentierte Tinnituspatient der älteren Geschichte.

In der Neuzeit sind es vor allem Weltbekannte Musiker wie: Phil Collins, Campino oder Bono usw., welche mit Ohrgeräuschen und Hörstürzen auf das Thema aufmerksam machten.

Tinnitus als Folge der Industrialisierung?

Lärm auf unserem Planeten nimmt seit der Industrialisierung rapide zu. Lärmbelastungen in unserer Umgebung sind nichts Ungewöhnliches, vor allem in den Städten. Es gibt keine Ruhezonen und Ruhezeiten mehr durch die durchgetakteten Tage der Menschen. Gerade der Wald oder unser Zuhause sind noch Zufluchtsorte, wo die Schall-Belastung gering ist. Die Wahrnehmung von Tinnitus unter Menschen nimmt folglich zu und die Behandlung von Ohrgeräuschen rückt immer mehr in den Fokus.

Definition Tinnitus

Unter Tinnitus versteht man die Geräuschwahrnehmung eines Manschens ohne einen äusseren akustischen Reiz. Kurz, ein Betroffener hört Töne, welche andere um ihn herum nicht hören.

Die Wortkombination «Tinnitus aurium» kommt aus dem lateinischen und bedeutet zu Deutsch «Ohrenklingeln» (lat. tinnīre = klingeln und lat. auris = Ohr).

Der Tinnitus ist unter anderem auch als Phantomgeräusch bekannt (englisch «phantom noise»).

Zahlen und Fakten zum Tinnitus

In der Schweiz leben rund eine Million Menschen mit chronischen Tinnitus-Beschwerden. Bei in etwa der Hälfte der Fälle wurde ebenso eine Beeinträchtigung der Hörfähigkeit diagnostiziert. Die Zahl der Betroffenen, die massive Beeinträchtigungen im Alltag dadurch erfahren, wird auf 10'000 geschätzt. Die Ohrengeräusche treten bei den meisten Betroffenen erstmalig zur Lebensmitte hinauf. Ähnliche symptomatische Krankheiten, die im Innenohr ihren Ursprung haben, sind Hyperakusis (Überempfindlichkeit gegen Geräusche) und Morbus Menière (Störung des Gleichgewichtsinns).

 

Tinnitus als Symptom mit Ohrensausen oder Ohrgeräusch

Der Tinnitus tritt meist als eine Art Ohrensausen oder eben Ohrgeräusch auf. Im lateinischen sprach man bereits von «dem Klingeln in den Ohren». Bis heute weiss man nicht abschliessend wo ein Tinnitus stattfindet. Es kursieren Erzählungen in welchem man scheinbar tauben Menschen mit Tinnitus Symptomen den Hörnerv durchtrennt habe und eben dieser Tinnitus danach noch immer «klingelte». Sprich, dieser fand bereits im Gehirn statt, oder hat sich dort abgespeichert.

Es gibt drei Symptome:

  • Sausen bei Mittelohrerkrankungen
  • Pfeifen bei Innenohrerkrankungen
  • Pulsieren bei Hypertonie, Gefässerkrankungen

Tinnitus kann sowohl bei guthörenden als auch schlechthörenden Menschen auftreten. Vorwiegend geht ein Tinnitus aber mit einer Hörstörung einher. Ein Tinnitus kann aber bei beiden Gruppen auch künstlich herbeigeführt werden, indem man diese ein paar wenige Minuten in eine Schallisolierte, lautlose Hörkabine platziert. Durch diese «absolute» Ruhe, wird ein Tinnitus provoziert. Ob der Tinnitus bereits vorhanden ist oder ob und wie dies im auditorischen Gehirn geschieht, wird rege diskutiert.

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Arten von Tinnitus

Ein Tinnitus tritt entweder konstant oder Akut auf und die Intensität der Lautstärke (Einheit Dezibel) kann jeweils variieren. Der Tinnitus kann sich auf verschiedene Weise äussern und bemerkbar machen:

  • Pfeifen (ein oder mehrere Pfeiftöne)
  • Rauschen
  • Sausen
  • Klingeln
  • Summen
  • Brummen
  • Zirpen
  • Zischen

Es gibt immer ein reales Geräusch, welches denselben Höreindruck wie ein Tinnitus verursacht. Es gibt keine Fantasie Töne oder Geräusche. Akustisch auditive Halluzinationen (Akoasmen) wie z.B. das Wahrnehmen von nicht vorhandenen Stimmen wie diese bei psychiatrischen Erkrankungen eingeteilt werden können, werden dahingehend nicht als Tinnitus deklariert.

Ein Spezialfall ist das Brummton-Phänomen (englisch The Hum), ein vibratorischer Tinnitus. Er bezeichnet die Wahrnehmung niederfrequenter Töne oder Geräusche durch Personen und kann parallel zu klassischen Tinnitus Arten auftreten. Betroffene beschreiben dann häüfig von Schwebungen zwischen dem Brummton und dem benachbarten Tinnitus. Der Brummton besitzt viele Eigenschaften wie z.B. spontane otoakustische Emissionen (SOAEs).

 

Formen und Phasen von Tinnitus

Je nach Auftreten und Anhalten, werden gemäss Zeitraum der Wahrnehmung zwei (drei) Formen und Phasen eines Tinnitus unterschieden:

  • akuter Tinnitus (bis 3 Monate)
  • subakuter Tinnitus (3-12 Monate) > heute eher veraltete, überholte Bezeichnung
  • chronischer Tinnitus (über 12 Monate)
 

Ist der Tinnitus ein Symptom oder eine Krankheit?

Moderne Tinnitus Forschungsuntersuchungen belegten, dass prinzipiell jeder Mensch einen Tinnitus hat, diesen aber in der Regel nicht wahrnimmt. Tinnitus ist der Oberbegriff für eine Reihe von Geräuschen im Kopf und Ohr. Viele Menschen werden also in Ihrem Alltag von Ohrgeräuschen begleitet, aber nur wenige leiden darunter. Etliche Patienten verlieren ihren Tinnitus auch wieder ohne jegliche Therapie. Tinnitus kann folglich nervig sein, aber Tinnitus ist keine Krankheit. Bedeutet, dass Tinnitus zu keinem direkten Schaden führt (kein Hörschaden usw.).

Trotzdem spricht man im Zusammenhang mit Tinnitus von einer «Volkskrankheit» oder gar «Epidemiologie». Und wie sieht es mit Angstzuständen im Zusammenhang mit Tinnitus aus? Was wenn ein Tinnitus zu Schlafstörungen, Erschöpfung, Burnout oder Depression führt? Anders sieht es nämlich aus, wenn ein Tinnitus zur psychischen Belastung und Folgekrankheiten führt.

In aller Regel nimmt die subjektive Belastung eines Tinnitus über die Zeit ab, was aber wenn nicht? Was wenn der Tinnitus zur psychosomatischen Belastung wird, welche durchaus krank machen kann? In der Medizin spricht man von Tinnitus als einem Symptom, d. h. der Tinnitus ist ähnlich wie der Schmerz ein Zeichen des eigenen Körpers. Dann geraten Menschen unter Umständen aus der Balance. Hier gilt es professionelle Hilfe aufzusuchen und in Anspruch zu nehmen. Untersuchen ärztlicherseits klären Ursachen und helfen die störenden Ohrgeräusche anzugehen.

Tinnitus ist der Oberbegriff für eine Reihe von Geräuschen im Kopf und Ohr

Tinnitus ist der Oberbegriff für eine Reihe von Geräuschen im Kopf und Ohr.

 

Ohrensausen - Ein anderer Begriff für Tinnitus

Das Ohrensausen ist ein anderer Begriff für einen Tinnitus. Der Tinnitus umschreibt alle Geräusche und Töne, die im Ohr oder Kopf vom Patienten wahrgenommen werden. Diese Geräusche können ein Piepen, Rauschen, Zischen, Brummen oder jede Mischung hiervon sein. Jeder beschreibt seinen Tinnitus unterschiedlich. Für manche Patienten ist dieses Geräusch, das so plötzlich auftaucht, mitunter schmerzhaft. Bei manchen ist der Tinnitus auch mal lauter und leiser, mal mehr oder weniger wahrnehmbar. Als Tinnitus oder Ohrensausen bezeichnet man das Geräusch, wenn es dauerhaft bleibt, statt nach kurzer Zeit wieder zu verschwinden. Es werden zwei Formen unterschieden. Der subjektive Tinnitus, welcher nur vom Patienten selbst gehört wird. Er ist von aussen nicht wahrnehmbar und deswegen gibt es auch keine Messung dafür. Anders ist es bei dem objektiven Tinnitus. Dieser kann nicht nur vom Patienten selbst, sondern auch von Aussenstehenden gehört und gemessen werden.

Die Ursachen für ein Ohrensausen sind sehr unterschiedliche und können manchmal nicht genau bestimmt werden. Man unterscheidet aber zwischen dem objektiven und subjektiven Tinnitus.

Tinnitus kann ein Piepen, Rauschen, Zischen, Brummen oder jede Mischung hiervon sein

Tinnitus kann ein Piepen, Rauschen, Zischen, Brummen oder jede Mischung hiervon sein.

Ursache für beide Arten können extremer Stress oder Angstzustände sowie Gebissfehlstellungen sein. Hinzu kommen beim objektiven Tinnitus Bluthochdruck oder eine Gefässmissbildung als Ursache. Beim subjektiven Tinnitus kommen als Ursachen ein Knalltrauma (nach dem Discobesuch), eine Mittelohrentzündung oder ein Hörsturz bis hin zum Tumor sowie einige Medikamente in Frage. Sollte einem ein Tinnitus auffallen, so ist es ratsam einen HNO/ORL Ohrenarzt aufzusuchen, um die möglichen Ursachen und die Art des Ohrensausens zu bestimmen. Dieser macht einige Tests und untersucht das Gleichgewicht, das Hören und das Trommelfell.

Um einen Tinnitus vorzubeugen ist es zu empfehlen sein Ohr vor lauten Geräuschen wie bei einem Festival mit Gehörschützern zu schützen und grossen Stress möglichst zu vermeiden.

 

Ursachen eines Tinnitus

Die Ursachen für die Ohrgeräusche können vielfältig sein. Neben Mittelohrentzündungen können auch Tumore, Hörstürze, Schwerhörigkeit oder ein Lärmtrauma sein. Auch andere Einflüsse wie Stress oder Krankheiten in anderen Körperteilen, zum Beispiel eine Fehlstellung des Gebisse können Ursache für das Rauschen beim Hören im Ohr sein. Dabei geht man davon aus, dass das Gehirn die durch die genannten Krankheiten verhinderten Signale zu kompensieren, indem es die Aktivität in den jeweiligen Bereichen nach oben stellt.

Mögliche Ursachen für einen subjektiven, von aussen nicht hörbaren Tinnitus sind:

Mögliche Ursachen für einen objektiven, von aussen hörbaren Tinnitus sind:

  • Verengung der Halsschlagadern
  • Offene Tuba eustachii (Eustachische Röhre)
  • Tumore (Glomustumor)
  • Gefässbildungen
  • Herzfehler (künstliche Herzklappen)
  • Kontraktion der Mittelohrmuskeln & Gaumenmuskeln
 

Grade eines Tinnitus – Schweregradstufen von I bis IV

Ein Tinnitus kann in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt werden:

1 Grad: Tinnitus ausblendbar - Kompensierte Ohrgeräusche > Der Tinnitus belastet Betroffene kaum, kein Leidensdruck.

2 Grad: Tinnitus störend - Wahrnehmung bei Stille > Belastung in bestimmten Situationen oder bei Stress ohne grössere negative Folgen im Alltag von Betroffenen.

3 Grad: Tinnitus Dauerbelastung - Emotional, kognitive und körperliche Belastung > Der Tinnitus stört und ist eine dauernde Beeinträchtigung im Alltag (Person sind noch arbeitsfähig).

4 Grad: Tinnitus Dekompensation – sehr starke körperliche & seelische Belastung > Der Tinnitus führt zu einem sehr hohen Leidensdruck mit schwerer Beeinträchtigung im Privaten und Beruf.

 

Massnahmen gegen einem Tinnitus

Sollte der Tinnitus nicht nach kürzerer Zeit wieder abklingen, sollte man schnell zum Arzt gehen, um eine chronische Erkrankung zu verhindern. Dieser kann beispielsweise einen Hörtest durchführen. Bei dieser Audiometrie (Hörtest) kann eine Schwerhörigkeit oder Hörverlust als mögliche Ursache des Tinnitus festgestellt werden und anschliessend mit einem Hörgerät behandelt werden. Ein Hörgerät gehört in der heutigen Zeit zu den sehr zuverlässigen Behandlungsmethoden bei Ohrkrankheiten und dem Geräusch im Ohr. Weitere Massnahmen gegen Tinnitus können vom Arzt in Form von Ohrmikroskopien oder einem Tinnitus-Matching getroffen werden. Ebenso kann man selbst darauf achten, dass man zum Beispiel bewusst seinen Stress reduziert und die eigene Psyche stärkt.

 

Audiometrische Untersuchungsmessungen (Tinnitusmatching)

Die Eigenschaften und Charakteristiken von Ohrgeräuschen werden anhand von audiometrischen Untersuchungsmessungen ermittelt.

Da ein Tinnitus häufig mit einer Hörstörung eihergeht, wird mittels Audiometer die Hörschwelle gemessen. Das Resultat aus dieser Tonaudiometrie wird dann in einem Tonaudiogramm dargestellt.

Der Hörtest findet in einer schallarmen «Hörkabine» mittels Kopfhörer oder notfalls Lautsprecher statt. Da aber viele Betroffene den Tinnitus gerade in Ruhe und bei Konzentration intensiv wahrnehmen, ist die Hörschwelle für einen Audiologen gar nicht so einfach zu messen.

Audiologische Messverfahren zu Detektion der Tinnitusfrequenz (Tonhöhe):

  • Vergleichsmessung (mit Sinustönen oder Schmalbandrauschen)
  • Verdeckungsmessung (mit Sinustönen oder Schmalbandrauschen)
  • Messung der Residual-Inhibition (mit Sinustönen oder Schmalbandrauschen).
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Einen Tinnitus, respektive dessen Erreger-Frequenz kann man testen und messen. Anhand eines Audiometers lokalisiert der Hörakustiker den Ton welcher den Tinnitus auslöst und grenzt dieses Geräusch ein. Danach wird versucht, mittels eines Rauschens um diese Frequenz von diesem abzulenken.

 

Behandlung und Therapie eines Tinnitus

Der Tinnitus ist folgedessen ein Symptom und keine Krankheit. Er kann jedoch Folge einer Krankheit wie einem Hörsturz oder dem Morbus menière sein. Aus diesem Grund kann man den Tinnitus nicht so einfach operieren, sondern die Symptome finden. Jedoch gibt es heute eine Vielzahl an Behandlungen und Therapieformen gegen die Ohrgeräusche. Man weiss heute, dass Stress und Stille einen Tinnitus hervorbringt oder verstärkt. Folge dessen gibt es hier zwei mögliche Ansätze: Stress vermeiden und lindern, oder den Tinnitus «verdecken». Meist tritt der Tinnitus in Ruhe hervor wie z.B. vor dem Schlafen gehen. Schlaflose Nächte wirken sich auf die Leistungsfähigkeit und Konzentration der Betroffenen aus und ist nicht gesund. Aus diesem Grund gilt es aus einer Vielzahl an möglichen Ansätzen herauszufinden, was dem einzelnen Patienten hilft mit dem Tinnitus umzugehen, diesen zu akzeptieren und damit zu leben. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Akupunktur (Ohrakupunktur), leise Hintergrundbeschallung mittels Musik oder eines plätschernden Zimmerspringbrunnens.

Den Tinnitus kann man bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht heilen, jedoch gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten und Therapien, welche diesen lindern helfen damit umzugehen und diesen zu akzeptieren. Auch können  Entspannungsübungen helfen Lebensqualität wiederhergestellt werden.

 

Tinnitus Noiser mit Hörgeräten

Ein weiterer Ansatz liegt in der «Verdeckung» den Tinnitus. Sogenannte «Noiser» Geräte gibt es schon lange. Ein solcher Noiser sieht aus wie eine Art Hörgerät. Anhand eines Rauschens versucht man den akut auftretenden Tinnitus zu überdecken. Heute weiss man, dass fast alle Kunden parallel zum Tinnitus einen Hörverlust haben. Aus diesem Grund integrieren Hörgerätehersteller den Noiser in Ihren Hörgeräten oder Hörsystemen. Dieser «Tinnitus Balance Noiser» und kann zusammen mit einer Smartphone App (iOs und Android) in eine Art Klangtherapie umfunktioniert werden.

Mit Hilfe des Tinnitus Noiser wird störende Geräusch mit Rauschen überlagert

Mit Hilfe des Tinnitus Noiser werden störende Geräusch mit Rauschen überlagert.

Wie funktioniert nun die Technologie des Noiser?
Es wird ein dauerhaftes, neutrales Rauschen produziert, das sogenannte "weisse Rauschen". Der angenehme, sehr leise Beiklang sorgt für eine schleichende Kompensation des Tinnitus. Das Gehirn verlernt, den Ohrton und auch das leise Rauschen des Noisers wahrzunehmen. Mittlerweile ist diese Form der Anwendung fester Bestandtei der Tinnitus Retrainig Therapie, die mit ganzheitlichem Ansatz sowohl auf kognitiver als auch auf neuronaler Ebene Linderung schafft.

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Vor allem in der Kombination mit Hyperakusis (Überempfindlichkeit gegen Geräusche) bewährt sich der Noiser mit seinem angenehmen Hintergrundrauschen als effektives Mittel zur Stressbeseitigung und Symptomlinderung. Der Tinnitus Noiser ist Bestandteil einiger Hörgeräte unseres Sortiments. Von aussen ist der Noiser völlig unsichtbar und für fremde Ohren nicht wahrzunehmen.

 

Tipps für einen proaktiven Umgang mit Tinnitusbeschwerden

Eine erfolgreiche Tinnitustherapie stützt sich immer auf mehrere Säulen. Zusätzlich zur neuronalen Kompensation mit einem Noiser-Hörgerät gilt: Seien Sie rundum achtsam mit sich! Ohrgeräusche sind ein klares Warnsignal bei zu viel Stress und psychischer Überlastung, zumeist in Kombination mit zu wenig Bewegung oder einem generell ungesunden Lebensstil. Gönnen Sie Ihrem Körper und Ihrer Seele entspannende Auszeiten und sportlichen Ausgleich. Achten Sie auf regelmässige Lockerung der Schulter- und Nackenmuskulatur. Machen Sie ausgedehnte Spaziergänge und lassen Sie das Auto öfter mal stehen, wenn es vermeidbar ist. Integrieren Sie Bewegung und ausgewogene, cholesterinarme Kost in Ihren Alltag, um in einer ganzheitlichen Heilungsmethode umfangreiche und nachhaltige Erfolge zu erzielen.

 

Häufige Fragen zum Tinnitus

Was ist ein pulssynchroner Tinnitus?

Ein pulssynchroner (auch pulsatiler) Tinnitus ist ein zur Herz-Frequenz synchrones Ohrgeräusch, welches im Gegensatz zum klassischen Tinnitus mit dem Herzschlag auftritt. Die Wahrnehmung wird beschrieben als rhythmisches Geräusch, welches als Rauschen oder Fliessen mehr oder weniger laut wahrgenommen wird (meist einseitig).

Ursache ist fast immer eine arterielle oder venöse Veränderung der Blutgefässe in Nähe des Innenohrs, welche so therapiert werden kann, dass die Ohrgeräusche wieder verschwinden.

Zur Abklärung und Diagnose kommen häufig Routineverfahren der Radiologie zum Einsatz und manchmal kann ein Arzt diese Art Tinnitus sogar mit blossem abhören mittels Stethoskop hinter dem Ohr mitverfolgen (nicht idiopathisch).

Was ist eine Tinnitus Retraining Therapie?

Eine Tinnitus-Retraining-Therapie ist eine Behandlungsmethode zur Linderung eines chronischen Tinnitus. Mittels Aufklärung über die Bedeutung eines Tinnitus und durch eine Tinnitus-Bewältigungstraining (Tinnitus-Counseling), gilt es den richtigen Umgang eines Patienten mit dem eigenen Ohrgeräusch zu finden.

Ziel ist es negative Gefühle zum Tinnitus zu lösen und die Aufmerksamkeit auf positive Elemente zu lenken. Ärzte, Psychotherapeuten und Hörgeräteakustiker arbeiten dafür eng zusammen.

Was kann einen Tinnitus auslösen?

Auslösen können einen Tinnitus verschiedene Ursachen. Es muss unterschieden werden zwischen einem subjektiven Tinnitus und einem objektiven Tinnitus. Auslöser ungeachtet der Art können sein: Hörsturz, Lärmtrauma, Schwerhörigkeit, Mittelohrentzündung, PaukenergussOtosklerose, Medikamente, Wasser im Ohr, Drogen, Stress, usw.

Wann geht der Tinnitus wieder weg?

Ein Tinnitus geht bei den meisten wieder weg, so wie er kommt. Denn jeder Mensch lebt mit einem Tinnitus. Die meisten Menschen sind in der Lage, diesen zu kontrollieren. Rund eine Million Menschen in der Schweiz leiden an Tinnitus. Bei etwa 85'000 davon ist das Ohrgeräusch aber so lästig, dass sie darunter leiden. Bei denen kommen Spezialistenärzte und Experten zum Einsatz, welche sich auf Tinnitus spezialisiert haben, um den Tinnitus zu heilen oder lindern. Ob ein Tinnitus jemals wieder weggeht, ist abhängig von vielen unterschiedlichen Faktoren und ob dieser allenfalls operativ behandelt werden kann.