Hörgeräteakustiker

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Der Beruf Hörgeräteakustiker erhielt im Jahr 2000 die staatliche Anerkennung im Ausbildungsfeld «Medizinische Diagnostik und Behandlungstechnik». Danach darf der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf Hörgeräteakustiker nur mit einem eidgenössischem Fachausweis ausgeübt werden.

Im Zuge der neuen modernisierten Ausbildungsordnung in Deutschland, die im Jahre 2016 verabschiedet wurde, wurde die Berufsbezeichnung in Hörakustiker geändert und die Vorläuferbezeichnung aufgehoben. Der Bestandsschutz bestehender Berufsbezeichnungen gewährleistet allerdings, dass sowohl Hörakustiker als auch Hörgeräteakustiker aktuell die richtigen Bezeichnungen sind.

Wer sich dazu entschliesst den Beruf Hörgeräteakustiker/in in der Schweiz zu erlernen, hat sich für eine vielseitige, anspruchsvolle und kundenorientierte Tätigkeit entschieden.

Die Hörgeräteakustiker-Ausbildung dauert 3 Jahre und ist als Weiterbildungsberuf aufgebaut. Die Ausbildung ist berufsbegleitend und sie erhalten eine praktische sowie theoretische Ausbildung. Nach aktuellem Stand sind die Ausbildungsorte sehr spärlich, wodurch Personen, die diesen Beruf erlernen wollen, auf Ange bote in Österreich und in Deutschland zurückgreifen.

Gerade der technische Fortschritt mit dem sich steigernden Umweltlärm führt dazu, dass die Zahl der Hörgeschädigten stetig steigt. Dabei geht gerade von tragbaren Musik-Wiedergabegeräten und Kopfhörern, vor allem von den In-Ear-Kopfhörern, eine ernst zu nehmende Gefahr für die Ohrgesundheit aus. Bereits bei den 20-Jährigen treten infolgedessen Hörprobleme und Schwerhörigkeit auf.

Aufgrund der vermehrten Fälle von Hörschädigung haben Hörgeräteakustiker einen Beruf mit guten Zukunftsaussichten gewählt.

 

Welche Fähigkeiten sollten Hörgeräteakustiker/innen mitbringen?

Wer Hörgeräteakustiker/in werden möchte, muss sehr breit gefächerten Ansprüchen genügen:

  • Interessenten sollten keine Berührungsängste haben, denn sie werden bei der Beratung und der Ohrenabmessung intensiv mit den Kunden in Kontakt kommen.
  • Sie sollten in der Lage sein, ein Vertrauensverhältnis zwischen sich und den Kunden aufzubauen und darüber hinaus zu pflegen. Das beinhaltet neben Kommunikationsfähigkeit, einem stets freundlichen Auftreten und gepflegtem Äusseren, herausragende Verlässlichkeit.
  • Ebenso wichtig ist ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, denn obwohl Hörgeräte das Leben immens erleichtern können, reagieren die Betroffenen oft stark verunsichert, empfindlich oder in Einzelfällen sogar abweisend, wenn sie auf ihre Hörprobleme und die Notwendigkeit einer Hörhilfe aufmerksam gemacht werden.
  • Technisches Verständnis, Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick sind gleichermassen nötig, da Hörgeräteakustiker die Anpassungsarbeiten für die Geräte ausführen und dabei oftmals kleinste Teile austauschen müssen.
  • Psychologische und medizinische sowie biologische Kenntnisse runden die beruflichen Anforderungen an Hörgeräteakustiker ab.
 

Einstellungsvoraussetzungen

Hörgeräteakustiker

Absolventen jedes Schulabschlusses können sich für einen Ausbildungsplatz bewerben. Eine abgeschlossene mindestens 3-jährigen beruflichen Ausbildung oder 3 Jahre Berufpraxis als Hörgeräteakustiker unter Aufsicht eines ausgebildeten Hörgeräteakustikers mit eidg. Fachausweis ist erforderlich.

Da die Ausbilder sich gern einen Eindruck über ihre zukünftigen Auszubildenden machen, werden die Interessenten oft zu Probearbeiten eingeladen, denn Schulnoten und Arbeitszeugnisse allein sind in diesem von der Persönlichkeit her sehr anspruchsvollen Beruf nicht aussagekräftig genug. Auch Einstellungstests, in denen mathematische Grundkenntnisse und Allgemeinwissen unter Beweis gestellt werden müssen, sind möglich.

Seit 2015 kann direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zum Hörsystemakustiker/in EFZ begonnen werden. Die Lehre dauert 3 Jahre und die berufliche Praxis erfolgt direkt in einem Fachgeschäft.

Ist der Ausbildungsvertrag unterschrieben, beginnt eine spannende, sehr praxisbezogene Zeit, die intensiv auf die berufsbezogenen Arbeitsfelder abgestimmt ist.

 

Die Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung ist nicht in Stein gemeisselt und schwankt je nach Ausbildungsbetrieb.

Hörsystemakustiker/in:
Die Empfehlung des VBHA liegt bei folgendem Ausbildungslohn:
1. Lehrjahr CHF 600
2. Lehrjahr CHF 900
3. Lehrjahr CHF 1200

Hörgeräteakustiker/in:
Da diese Ausbildung berufsbegleitend ist und eine abgeschlossene mindestens 3-jährigen beruflichen Ausbildung oder 3 Jahre Berufpraxis erforderlich ist, ist die die Vergütung deutlich höher und je nach Arbeitsgeber unterschiedlich.

 

Die Ausbildung zum Hörgeräteakustiker

Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Das heisst, die praktischen Fähigkeiten erlangen Auszubildende hauptsächlich im Betrieb. Die theoretischen Kenntnisse erhalten Sie in der Berufsschule, wobei der Unterricht meist in Form des Blockunterrichts erfolgt. Da es sich hier um eine staatlich anerkannte Berufsausbildung handelt, werden die Lehrinhalte durch das Ausbildungskonzept vorgegeben. Damit die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit erlangen, werden in verschiedenen Fächer Inhalte vorgegeben, in welchen Fertigkeiten und Fähigkeiten entsprechend des Ausbildungskonzepts vermittelt werden sollen. Unter der beruflichen Handlungsfähigkeit werden insbesondere angeführt: das Planen, Durchführen und Kontrollieren.

Hier geht es um:

  • Audiologie
  • Hörgeräte-Technik
  • Hörgeräte-Kenntnisse
  • Otoplastik
  • diagnostische Audiometrie
  • Hörgeräte-Anpassung
  • Akustik
  • Grundbegriffe Elektrotechnik
  • Medizin
  • Rechtskunde
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Korrespondenz

Die Ausbildung wird gegliedert:

  • bestimmen und beurteilen von individuellen Hörprofilen,
  • Audiologische (funktionelle) und otoskopische (betrachten des äusseren Gehörgangs und des Trommelfells) Befunde erheben und bewerten,
  • individuelle, die Hörerwartung einbeziehende Beratung,
  • das Instandhalten der Hörsysteme und
  • organisieren und ausführen der kaufmännischen Angelegenheiten, wie Geschäfts- und Abrechnungsprozesse mit Versicherungen.
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Die berufliche Praxis der Hörgeräteakustiker

Der erfolgreich abgelegten Prüfung folgen im Normalfall drei Jahre Gesellenzeit als Hörgeräteakustiker/in in einem Hörakustik-Betrieb, nachfolgend kann die Meisterprüfung abgeschlossen werden. Welche Tätigkeiten dann im Vordergrund stehen, hängt massgeblich von dem jeweiligen Betrieb ab. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es bei Betrieben des Hörgeräteakustiker-Handwerks und in der Industrie, bei den Hörsystem-Herstellern.

Der Arbeitsalltag der Hörgeräteakustiker ist niemals langweilig, denn so verschieden die Ansprüche und Anforderungen ihrer Kunden sind, so vielfältig ist ihre Tätigkeit.

Hörgeräteakustiker wirken als Bindeglied zwischen HNO-Ärzten und Patienten. Kommen Kunden mit einem Verweis vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt, wurde das Hörvermögen meist schon in der Praxis getestet. Ist die Art der Hörschwierigkeit geklärt, wissen Hörgeräteakustiker/innen, welche Anforderung an die entsprechende Hörhilfe gestellt wird.

Wenn das Ergebnis vorliegt und die Kunden sich für ein Modell entschieden haben, stellen Hörgeräteakustiker die Otoplastik her. Für die Otoplastik-Herstellung werden von den Gehörgängen Abdrücke aus Silikonmaterial erstellt. Die Arbeiten mit Werk- und Klebstoffen sowie Lösungsmitteln erfolgen in der Werkstatt mit entsprechender Schutzkleidung wie Schutzbrillen, Handschuhen und eventuell sogar Atemschutzmasken.

Nachdem die Otoplastik vorliegt, wird die Passform an den Ohren überprüft. Gibt es vonseiten der Kunden keine Einwände, folgt die Feineinstellung, unterstützt von entsprechender Software.

Für die Handhabung des Hörgerätes erhalten die Kunden nach Abschluss der Feineinstellung eine sorgfältige Einweisung.

Kunden, die aufgrund der ärztlichen Untersuchung ein Hörgerät benötigen, gehören zu den häufigsten Beratungsfällen. Doch es kommen auch Kunden ins Geschäft, die noch nicht bei ihrem HNO-Arzt waren und einfach nur einen Hörtest machen wollen. Auch wenn sich aufgrund des Hörtests keine signifikante Hörverschlechterung herausstellt, können Hörgeräteakustiker die Kunden über eventuell in naher Zukunft infrage kommende Hörsysteme informieren. In solchen Fällen überwiegt die Beratung zu einem Gerät, wie zum Beispiel zu der Form, der Farbe, dem Gewicht und dem Preis. Bei der Beratung ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit die Kunden auch bei kleinem Budget unbeschwert eine Auswahl treffen können.

Neben dem obligatorischen Schriftverkehr mit Kunden und Versicherungen, gehört auch das Kalkulieren von Angeboten zu den Aufgaben der Hörgeräteakustiker, ebenso wie die Rechnungsstellung nach erfolgter Hörgeräte-Fertigstellung und die Abrechnung der Dienstleistung.

Die Hörgeräteakustiker/innen sind ebenfalls Ansprechpartner, wenn Kunden mit ihren Hörgeräten Probleme haben. Sei es, dass diese defekt sind oder sonstige Hörprobleme auftreten. Das beinhaltet auch das Auswechseln von Hörgerätebatterien.

 

Verdienstmöglichkeiten für Hörgeräteakustiker

Gemäss dem grössten privaten Lohnrechner der Schweiz Lohncheck liegt der durchschnittliche Lohn als Hörgeräteakustiker bei ca. 6000 CHF. Diese Angabe variiert jedoch nach Arbeitsgeber, Arbeitsort und Dienstjahren.