Hörschnecke
Graziella Colacicco
Graziella Colacicco Hörberaterin

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Die Gehörschnecke ist ein erbsengrosser Abschnitt im Innenohr. Sie ist wie eine Wendeltreppe aufgebaut und enthält viele tausend Hörzellen. In ihr befindet sich unter anderem das Corti-Organ, welches mechanische Schallimpulse in elektrische Nervenimpulse wandelt und ans Gehirn weiterleitet.

Die Hörschnecke wandelt also Schallwellen, welche über die Ohrmuschel und das Mittelohe ins Innenohr geleitet werden, in elektrische Nervenimpulse um und sendet diese ans Sprachareal unseres Gehirns.

 

Aufbau und Lage der Hörschnecke

Die Hörschnecke ist ein schneckenförmig gewundener Hohlraum und ein Teil unseres Ohrs. Gemeinsam mit dem Gleichgewichtsorgan bildet sie das Innenohr (Auris interna). Auf Lateinisch nennt man die Gehörschnecke «Cochlea». Sie ist bei einem Erwachsenen nur so gross wie eine Erbse, aber ist ein unverzichtbares Element in unserem Gehör. Würde man eine durchschnittliche Cochlea auseinanderrollen, hätte man einen ca. 3,15 cm langen Strang vor sich. Zu Beginn misst der Strang etwa zwei Millimeter Durchmesser, dann verjüngt er sich, bis er zum Ende nur noch den Bruchteil eines Millimeters breit ist. Diese Trichtermässigen Form ist wichtig für die Tonhöhen. Während Schallwellen mit tiefen Frequenzen weit und tief in die Cochlea vordringen, werden die hohen Schallwellen mit den hohen Frequenzen nur bis zu einer bestimmten Stelle in der Cochlea (Basalwindung) vordringen. In seiner Gesamtheit kann man sich dieses wichtige Hörzentrum also wie eine Wendeltreppe vorstellen. Beim gesunden Menschen hat sie zweieinhalb Windungen, die in drei Abschnitte unterteilt werden:

  • Vorhoftreppe (Scala vestibuli)
  • Schneckengang (Scala media)
  • Paukentreppe (Scala tympani)

Bei einer angeborenen Fehlbildung (Mondini-Dysplasie) kann die Schnecke auf eineinhalb Windungen reduziert sein. Betroffene hören schlecht oder sind taub. In der Wendeltreppe befindet sich eine mehrschichtige Membran, auf der sich 15.000 bis 20.000 Sinneshärchen und Hörzellen befinden. Einfach erklärt steht jedes Häärchen für einen Ton. Dieses Rezeptorfeld kann man sich wie einen Teppich vorstellen, mit dem die Stufen der Treppe ausgekleidet sind. Die Hauptaufgabe des Rezeptorfeldes ist die Umwandlung von mechanischen Schallwellen in elektrische Nervenimpulse.

 

Schallweiterleitung in der Hörschnecke

Treffen Schallwellen auf das Aussenohr werden sie gebündelt und über das Trommelfell zu den Gehörknöchelchen weitergeleitet. Der letzte dieser drei kleinen Knochen, der Steigbügel, gibt den mechanischen Impuls an das ovale Fenster (Fenestra ovalis) am unteren Ende der Gehörschnecke weiter. Dieser Mechanismus wird von einer mit Flüssigkeit (Perilymphe) im unteren Teil der Schnecke empfangen, verstärkt und weitergeleitet. Durch die Bewegungen der Flüssigkeit verändern sich die Stellungen der Sinneshaarzellen ähnlich wie bei einem Hochfloor-Teppich, den man mit Füssen betritt. Die Membran (der Teppich) besteht aus mehreren Schichten und ist mit dem Corti-Organ verbunden. Dieses kann man sich wie einen Strang vorstellen, der durch die Wendeltreppe verläuft und feinste Bewegungen der Membranen wahrnimmt.

 

Die Funktion des Corti-Organs

Das Corti-Organ wird manchmal auch Corti'sches Organ genannt. Es gilt als der eigentliche Sitz des Gehörsinnes in der Hörschnecke. Dieser winzig kleine Teil der Hörschnecke ist ein hochkomplexes System aus Hörzellen, Stützzellen und Nervenfasern. Die wichtigsten Elemente sind:

  • Basiliarmembran
  • Tektorialmembran
  • Innere und äussere Haarzellen
  • Neuronen des Nervensystems (Axone)

Die äusseren Haarzellen nennt man auch Cochleärer Verstärker. Sie bestehen aus drei Reihen und können über komplexe Vorgänge Frequenzmuster abbilden, umsetzen und an die inneren Haarzellen weitergeben. Von den inneren Sinneshärchen werden die mechanischen Schwingungen schliesslich in Nervenimpulse umgewandelt.

Die eigentliche Umwandlung in Elektrizität (Transduktion) geschieht in den Härchen. Durch das Knicken ändert sich die elektrische Ladung der Haarenden. Diese winzigen Impulse werden von Neuronen (im Spiralganglion) registriert. Die Umwandlung der Nervenimpulse in Höreindrücke wie Musik, Flugzeuglärm oder die Stimme eines Menschen passiert erst im Gehirn.