Pamir

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Ab 1987 schützt die Gehörschutzkapsel Pamir die Angehörigen der Schweizer Armee gegen Gehörschäden und reduziert zuverlässig das Unfallrisiko während Gefechtsübungen. Der persönliche Parmir der Marke Peltor kann unter dem Helm getragen werden und stabilisert seit seiner Einführung die Kosten der Militärversicherung bei Gehörschädigungen.

Unsere Welt ist eine laute. Nicht nur Presslufthämmer und Schlagbohrer belasten das Gehör, sondern auch wummernde Musikboxen, schreiende Kinder, knallende Munition, startende Motorräder. Die Zahl der Menschen mit erworbenen Schädigungen des Gehörs nimmt ständig zu. Dabei gibt es diverse Wege, sein Gehör zu schützen. Daher hat sich das Schweizer Militär bereits 1974 für die Einführung eines Gehörschutzes entschieden, doch erst der bewährte Parmir in Kombination mit Gehörschutzpfropfen brachte den gewünschten Erfolg.

 

Der Pamir - Eine Erfolgsgeschichte

 Schiessen: massiv weniger Gehörschäden bei Soldaten

Über 160 Dezibel erzeugt ein Schuss eines Sturmgewehrs der Schweizer Armee, zum Vergleich eine Motorsäge erzeugt 105 Dezibel. Dieser Knall kann zu einem dauerhaften Gehörschaden führen und stiegt die Anzahl an Gehörschäden bis 1987 auf 700 jährlich. Denn in den 70er-Jahren bestand der wesentliche Gehörschutz aus Gehörschutzpfropfen, erste ab 1974 konnten die Soldaten zusätzliche Gehörschutzkapseln tragen, doch leider passten diese dazumal noch nicht unter den Helm. Das neu eingeführte Sturmgewehr war zu dieser Zeit die Hauptursache für die zunehmenden Gehörschäden, da durch den schlechten oder fehlenden Gehörschutz und den intensiveren Schiesslärm das Ohr noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.

So führte die Armee Ende der 80er-Jahre den bekannten Pamir ein. Ein Gehörschutzkapseln, welche die Soldaten nun auch unter dem Helm tragen konnten. Diesen Pamir erhielt jeder Soldat beim Dienstantritt zusammen mit den neuen Gehörschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff. Diesen Massnahmen zeigten Wirkung, da die Militärversicherung heute nur noch 50 Fälle jährlich registriert.

 

Was ist Gehörschutz?

Gehörschutz soll das Ohr in lauter Umgebung von lauten Geräuschen abschirmen und damit Gehörschädigungen wie Knalltrauma, erworbene Schwerhörigkeit oder andere vorbeugen. In Abhängigkeit von der Art des Gehörschutzes, aber auch der persönlichen Anatomie, werden dabei Töne und Geräusche eines bestimmten Frequenzbereichs oder auch aller Frequenzbereiche breit gedämpft. Die Dämmung, die durch einen Gehörschutz erreicht wird, wird in Dezibel (dB) angegeben und erreicht im Normalfall Werte zwischen 25 und 40 dB.

 

Welche Sorten von Gehörschutz gibt es?

Ohrstöpsel
Ohrstöpsel sind die älteste und einfachste Form des Gehörschutzes. Schon die alten Griechen kannten sie. In der Odyssee berichtet der griechische Dichter Homer, wie die Schiffsleute ihre Ohren mit Ohrenstöpseln verschliessen, um den todbringenden Gesang der Sirenen nicht zu hören. Ein Beweis, dass zumindest Homer Ohrstöpsel kannte. Ohrstöpsel werden von aussen ein Stück weit in den Gehörgang eingeführt und schliessen diesen ab. Sie können aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften gefertigt sein. Ein Klassiker sind die knetbaren Wachsohrstöpsel der Marke Ohropax. Es gibt aber auch Ohrstöpsel aus Silikon, aus Schaumstoff oder aus anderen Materialien. Sie sind klein und handlich und schnell ins Ohr gesteckt, also ideal, um sie zum Beispiel unterwegs schnell auszupacken, wenn es zu laut wird. Auch, wer wegen Lärms nicht gut einschlafen kann, greift gerne zum Ohrstöpsel, weil er beim Schlafen nicht stört. Es ist jedoch eine gewisse Vorsicht geboten: Zu häufiges Tragen kann zumindest bei empfindlichen Personen zu Gehörgangsentzündungen führen. Und auf keinen Fall sollte der Ohrstöpsel zu tief in den Gehörgang geschoben werden.

Massgefertigter Gehörschutz
Der Hörgeräteakustiker kann auch einen massgefertigten Gehörschutz, eine sogenannte Otoplastik, herstellen. Dafür wird eine Abformung des Ohrs vorgenommen, der dann der Gehörschutz angepasst wird. Normalerweise sind diese Otoplastiken aus Kunststoff wie Acryl oder Silikon oder Mischungen davon. Da sie genau dem Gehörgang angepasst sind, dämpfen sie Geräusche besser ab als einfache Stöpsel und führen auch nicht so leicht zu Druckstellen. Zudem sind sie langlebiger als einfache Stöpsel. Dennoch sollten auch Otoplastiken nicht ununterbrochen getragen werden. Otoplastiken werden auch dekorativ mit Strass oder Mikroobjekten verziert angeboten.

Gehörschutz Marke Eigenbau
Asterix steckt sich Petersilie in die Ohren, wenn er den Barden nicht mehr hören will. Zusammengeknülltes Küchenpapier, In-Ear-Stöpsel von Kopfhörern, Wachskügelchen … es gibt eine ganze Reihe von improvisierten Gehörschutzmassnahmen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie einerseits nicht viel Schutz bieten, dass aber andererseits die Gefahr droht, die Gehörgänge oder gar das Trommelfell zu verletzen.

Kapselgehörschutz oder Pamir

Pamir

Der Schalengehörschutz oder Kapselgehörschutz, in der Schweiz umgangssprachlich auch Pamir genannt, funktioniert grundsätzlich anders als Ohrstöpsel oder Otoplastiken: Er schirmt das gesamte Ohr nach aussen ab. Da er das gesamte Ohr inklusive des Hörknochens umschliesst, verhindert er auch ein Eindringen der Geräusche über den Hörknochen. Er fühlt sich durch die Polsterung bei guter Passform bequem und angenehm an. Durch den leichten Druck der Kapseln sitzt er sicher an seiner Stelle. Der Kapselgehörschutz wird in verschiedenen Varianten angeboten: entweder zur Befestigung am Helm gedacht oder mit Bügeln, entweder als klassischer Gehörschutz oder als aktiver Gehörschutz. Als Pamir wird normalerweise die Variante mit Bügeln bezeichnet, die immer noch zum Beispiel zur persönlichen Schutzausrüstung der Soldaten der Schweizer Armee gehört.

Der Kapselgehörschutz wird in der Industrie häufiger verwendet, oft in Kombination mit dem Helm. Aber auch bei Heimwerkern ist er beliebt. Bei Forstarbeiten oder handwerklichen Arbeiten, die mit einer erheblichen Geräuschentwicklung verbunden sind, wird er ebenfalls gerne eingesetzt. Für Sportschützen, Jäger oder auch beim Militär ist der Pamir ebenfalls häufig im Einsatz.
Der Pamir der Schweizer Armee ist relativ klein zusammenklappbar, er hat einen grössenverstellbaren, leicht zu handhabenden Bügel und sitzt sicher und bequem. Er wird von der Firma Pelton hergestellt. Ein Pamir im Allgemeinen sollte jedenfalls sicher und bequem sitzen und grössenverstellbare Bügel haben. Für Kinder und sogar Babys gibt es Sondergrössen.

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Was ist Aktiver Gehörschutz?

Normaler Gehörschutz dämpft einfach die Geräusche gleichmässig, schwächt also das Gehör. Das ist natürlich gewollt, hat aber auch seine Nachteile, wenn man sich zum Beispiel nicht mehr unterhalten kann oder auch Geräusche, die eine Gefahr ankündigen wie das Brummen eines sich nähernden Fahrzeugs, nicht mehr wahrgenommen werden. Es gibt durchaus je nach Material und Technik auch Gehörschutz, der vor allem hohe oder tiefe Frequenzen abdämpft. Das kann für Musiker zum Beispiel sinnvoll sein. Aktiver Gehörschutz funktioniert anders. Hier sind aussen am Gehörschutz Mikrophone angebracht, innen Verstärker. Eine Software sorgt dafür, dass ‚normale’ Geräusche wie Gespräche oder auch das Fahrzeug, das sich nähert, das Wild, das durch das Unterholz tritt, gehört werden, laute Geräusche wie der Knall des Schusses aber nicht. Aktiver Gehörschutz ist sowohl für Ohrenpfropfen oder Otoplastiken als auch für den Pamir verfügbar.

 

Was man noch wissen sollte:

Der Gehörschutz muss auf jeden Fall gut passen. Sowohl Ohrenstöpsel als auch die Ohrenschalen des Pamirs müssen an die Grösse der Ohren angepasst sein, sonst droht einerseits ein unzureichender Gehörschutz, andererseits schmerzhafte Druckstellen. Bei einem Hörtest kann die Hörfähigkeit überprüft werden. Beim Hörtest stellt der Hörgeräteakustiker fest, ob eventuell über Hörgeräte nachgedacht werden sollte. Er kann auch direkt passende Hörgeräte empfehlen und anpassen. Arbeiten Sie in einem Beruf mit hoher Lärmbelastung, steht Ihnen Gehörschutz zu. In der Regel müssen Arbeitnehmer einen Gehörschutz tragen, wenn ihre Belastung über 85 dB(A) liegt.

 

Vorteile und Nachteile eines Gehörschutzes

Ohrenstöpsel und andere In-Ear-Varianten haben den Vorteil, dass sie optisch nicht auffallen. Für Orchestermusiker zum Beispiel eine gute Wahl, aber auch, wenn der Gehörschutz zum besseren Schlafen getragen werden soll. Allerdings kann es bei empfindlichen Ohren durch den direkten Kontakt zum Gehörgang zu Unverträglichkeiten, Druckstellen oder Entzündungen kommen. In dem Fall sollte ein Schalengehörschutz bevorzugt werden. Otoplastiken sind durch ihre genaue Anpassung besonders passgenau und können mit dekorativen Elementen gestaltet werden. Für Musiker auf der Bühne, aber auch Konzertbesucher sind sie sehr beliebt. Der Pamir oder Kapselschutz ist universell einsetzbar, schnell verfügbar und in diversen Stärken und Ausführungen erhältlich. Er wird beim Bau oder in anderen Handwerks- und Industriebetrieben gerne verwendet, ist aber auch bei Heimwerkern oder für Garten- oder Forstarbeiten beliebt. Wenn allerdings die Schalen nicht gut angepasst sind, wird er als sehr unbequem empfunden. Bei Hitze kann er ebenfalls auf Dauer unbequem werden. Profis sind überzeugt vom aktiven Hörschutz, der als Haupt-Nachteil den deutlich erhöhten Preis hat. Sportschützen, Jäger, aber auch das Militär benutzen häufig diese Version. Gehörschutz sollte auf jeden Fall den eigenen Bedürfnissen angepasst sein. Wer den Gehörschutz beruflich braucht, bekommt oft über den Betrieb genaue Angaben über den benötigten Schutz oder sogar den Schutz selber gestellt. Ansonsten sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen. Das gilt nicht nur für In-Ear-Systeme oder Otoplastiken, sondern auch für den Pamir.

Hinweis
Dieser Beitrag ist eine Ergänzung der Shopkategorie Gehörschutz.
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