Wie  hoch sind die AHV und IV Beiträge für Hörgeräte? Was zahlt die SUVA als Kostenbeteiligung an Hörsysteme? Wie hoch ist die Zuzahlung der Krankenkasse? Hörgeräte werden von den Sozialversicherungen, Unfall- und Militärversicherungen mitvergütet.

Beiträge und Zuzahlungen an Hörgeräte von AHV, IV, MV und UV (SUVA)

Um in der Schweiz einen Beitrag oder eine Zuzahlung an Hörgeräte oder Hörsysteme zu erhalten, bedingt es den Nachweis eines relevanten Hörverlust an einer der folgenden Versicherungen:

  • AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung)
  • IV (Invalidenversicherung)
  • UV (Unfallversicherung wie z.B. SUVA)
  • MV (Militärversicherung

AHV und IV zahlen Pauschale an Hörgeräte

2011 hat das Bundesamt für Versicherungen (BSV) in der Schweiz die Zuzahlungen für Hörgeräte massiv gekürzt und ein Hörgeräte-Pauschalsystem eingeführt. Ziel der IV und AHV war es Wettbewerb unter den Hörgeräteanbietern zu lancieren. Geschehen ist zu Beginn folgendes: Die Hörgerätehersteller sind von Ihren Preisen nicht abgewichen, die Versicherungen zahlten weniger, die Hörakustiker verlangten gleichviel. Die Leistungen wurden auch bei den HNO/ORL Ohrenärzten gekürzt, indem die sogenannte Schlussexpertise gestrichen wurde, in welchen die Ohrenärzte die Qualität der von den Hörgeräteakustikern geleisteten Anpassungen kontrollierten. Unter dem Strich zahlten die Konsumenten mehr als vor dem Systemwechsel. Jedoch kam dann dank einzelnen Hörakustikern langsam Schwung in die Hörgerätepreise und der Wettbewerb war lanciert.

Schweizer Bund kürzte Hörgerätebeteiligungen zu viel

Die AHV zahlt weniger und nur an ein Hörgerät, wovon die IV sich je nach Hörverlust auch an zwei Hörgeräte beteiligt. Hier müssen wir von Beteiligungen reden, denn ist es mit dem Schweizer Stundenlohn unmöglich für CHF 630.- eine Hörgeräteversorgung rentabel durchzuführen. Diese Rechnung kann sich jeder mit dem Milchbüchlein machen. Hier gibt es einen klaren Konflikt zwischen Schweizer Bund (BSV) und Hörgerätebranche auf dem Buckel der Hörgeschädigten. Hat eine Versicherung ebenfalls zum Ziel rentabel zu arbeiten, so ist dieses auch in der Wirtschaft der Fall. Ist ein Geschäft unrentabel so schliesst es seine Türen. Hier liegt nun der Hund begraben, denn die Versicherung muss von jemandem beglichen werden, dies ist hier zugleich der Hörgerätekunde. Im Interesse dessen verhandelt das BSV mit den einzelnen Branchen wie der Hörgerätebranche. Leider und das muss man hier klarstellen in der letzten Revision 2011 zu drastisch und radikal. Mit der utopischen und nicht rationalen Begründung des Ausland Monitorings. Im Auftrag schaute der Bund in Länder wie Deutschland, bei welchem heute Krankenkassen notabene noch mehr an Hörgeräte zahlen als in der Schweiz. Ausgeklammert werden teurere Mieten, Löhne, Webeaufwände, Einkaufspreisen, 8% Mehrwertsteuer welche auf den Hörgeräten als Steuern an den Bund gehen (in Deutschland reduzierter Satz von 19% auf 7% da unter Medizinalprodukt), sowie die Sozialabgaben der Mitarbeiter-Löhne welche der Bund auch gerne einfordert. Hier bedarf es klar einer Erhöhung dieser Pauschalen.

Einohr Rentner - AHV und IV Zuzahlung an Hörgeräte schafft Zweiklassengesellschaft

Wir sprechen heute von einer Zweiklassengesellschaft in Sachen Hörgeräte. Wer es sich leisten kann erhält ein Hörgerät mit Qualität. Wer nicht wird mittels eines Hörsystems abgespiesen, welches unter Umständen nicht nachgestellt werden kann oder zu wenig Reserve hat für allfälligen späteren Hörabfall. Das Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS arbeitet im Auftrag des Bundes und prüft Hörgeräte. Nun lässt der Bund über diese METAS Hörsysteme zu, welche für einzelne Hörverluste in Frage kommen. Leider sind diese Systeme ausschliesslich für leichte Hörverluste ausgelegt. In der Werbung wird dem Schweizer Kunden nun über einen tiefen Preis suggeriert, dies sei das Wundermittel und verschweigt den Anpassbereich. Angehalten an diesen gibt es leider immer schwarze Schafe welche Kunden mit Hörverlusten ausserhalb dieses Bereichs anpassen um zu verkaufen. Selbst wenn ein Kunde mit seinem Hörverlust auf dem Maximum gerade noch in den Bereich passt, kann dieser in ein paar Jahren oder wenn dieser akut einen Hörabfall erleidet nicht mehr nachversorgt werden und muss bereits ein neues Hörgerät kaufen, da keine Reserve darin enthalten ist. Diese Player springen hier in die Nische vom Bund (IV und AHV). Sie verkaufen Systeme für um diese CHF 630.- und der Bund unterstützt ein solches System und vergütet dieses ungeachtet der Folgen der Kunden, respektive Ihrer Versicherten. Sogar wirbt dieser noch damit, wenn eine Hörgeräteanpassung günstiger sei, könne der Versicherte den Restbetrag behalten! Hauptsache gespart und gerechtfertigt. Gespart auf dem Buckel des Kunden welcher ja alle 5 Jahre einen Beitrag zu gute hat….

Auch fördert der Bund dieses System noch indem dieser in seiner offizielle Broschüre an Hörgerätekunden folgendes schreibt:

Hörgeräte Verkauf - sogar Post, Migros, Apotheken und Drogerien mischen mit

In der Zwischenzeit versuchten sich sogar Post und Migros beim Verkauf von «Hörgeräten». Es musste damals unterschieden werden zwischen «Hörgeräten» und «Hörverstärkern». Behindertenverbände intervenierten stark wegen der fehlenden Beratung. Dass dies jedoch nicht so einfach ist, merkten Migros und die Post schnell und setzten wieder auf Ihr Kernsortiment. Ein Hörakustik-Meister studiert nicht ohne Grund in einer Zweitausbildung 3 Jahre Hörakustik wenn unser Gehör so einfach aufgebaut wäre. Jedoch erweiterte der Bund die Zulassung für eine Hörgeräteanpassung auf die Apotheker und Drogisten. Diese gelten als «qualifizierte» Anbieter. Diese passen nun z.T. «Hörsysteme» um die CHF 400.- an. Kunden können sich selber die Rechnung machen wieviel Aufwand dahinterstecken darf, dass sowohl Hörsystemehersteller und Apotheke respektive Drogerie daran verdienen können. Eine halbe Stunde Arbeit mit CH-Lohn. mehr liegt nicht drin. Dann müsste die Apotheke/Drogerie ja noch den Service für die nächsten 5 Jahre bei AHV und 6 Jahre bei IV gewährleisten wie folgender Ausschnitt aus der Bundesbroschüre fordert:

Da sich aber niemand beschwert und klagt, fallen noch haufenweise Kunden auf diese «Hörgeräteversorgungen» rein und sind enttäuscht. Danach müssen diese trotzdem zum professionellen Hörakustiker und den gesamten Betrag privat bezahlen. Dem Bund kanns egal sein, Hauptsache gespart.

Hörgerätekauf im Ausland - BSV macht aktiv Werbung dafür

Einerseits mahnt der Bundesrat den Konsumenten vor den Folgen des Konsums im Ausland, andererseits macht gerader dieser aktiv in seiner offiziellen Broschüre des BSV (AHV und IV) an seine Versicherten «Werbung» für den Kauf von Hörgeräten im Ausland. Der CH-Hörakustiker kann jedoch gerne die Steuern und Sozialabgaben seiner Mitarbeiter in der Schweiz abgeben. Dies ist ein absoluter Hohn für alle Rechtschaffenen der Hörgerätebranche in der Schweiz und gehört gelöscht. Seitens ohrwiki setzen wir uns für einen Wettbewerb bei den Hörgeräten ein, nicht jedoch auf diese Weise. Dies ist ein Foul des Bundes und hat nichts mit fairem Wettbewerb zu tun.

Hörgeräte Pauschal-Beiträge von AHV und IV sind zu tief

Die AHV zahlt alle 5 Jahre einen Pauschal-Beitrag an ein Hörgerät (monaural) à CHF 630.-

Die IV zahlt alle 6 Jahre einen Pauschal-Beitrag an entweder:

  • ein Hörgerät (monaural = 1 Ohr) à CHF 840.-
  • zwei Hörgeräte (binaural = 2 Ohren) à CHF 1650.-

Hörgeräte Beitrag für IV Versicherte bei leichtem- AHV Rentner erst ab mittlerem Hörverlust

Eine weitere Diskriminierung in Sachen Hörverlust ist die Tatsache, dass Versicherte der IV bereits ab einem Gesamt-Hörverlust von 20% einen Beitrag an eine Hörgeräteversorgung erhalten. AHV Versicherte benötigen jedoch einen Gesamt-Hörverlust von 35%. Kurzum, während ein IV Versicherter mit einem leichten Hörverlust Hörgeräte erhält, muss ein Rentner oder eben AHV Versicherter bereits einen Mittleren- bis Starken Hörverlust aufweisen um Geld von der Versicherung zu erhalten. Wir von ohrwiki sind der Meinung, ein Hörverlust ist ein Hörverlust und muss versorgt werden. Ein wenig gebrochen muss nicht operiert werden…? Wir setzen uns ein für pensionierte und fordern vom BSV gleiche Richtlinien.

Hörgerätebeitrag von Unfallversicherung (UV / SUVA) und Militärversicherung (MV) 

Dann kürzten im 2013 auch die Unfallversicherungen (UV / SUVA) und Militärversicherungen (MV) ihre Beiträge an Hörgeräte. Jedoch in einem Rahmen wo eine professionelle Hörgeräteanpassung stattfinden kann. Diese ist dann auch Nachhaltig. Auch diese Versicherungen zahlen je nach Hörverlust eine einseitige, oder beidseitige Hörgeräteanpassung. Dies unterscheiden noch nach dem alten Tarifsystem in Zweiklassen. Auch hier sind wir von ohrwiki jedoch der Meinung, wird eine Zweiklassengesellschaft gebildet, denn der Aufwand für nahezu alle Hörverluste ist in etwa gleich. Es gibt sogenannte «Härtefälle», diese gilt es gesondert zu untersuchen und allenfalls stärker zu unterstützen.

Hörgerätetarif UV und MV (Gerät und Arbeit zusammengerechnet):

Zuzahlung für eine einseitige Versorgung (monaural = 1 Ohr)

  • Einseitig Standard - 1396.44 CHF inkl. MWSt.
  • Einseitig Komplex - 2014.20 CHF inkl. MWSt.

Zuzahlung für einebeidseitige Versorgung (binaural = 2 Ohren)

  • Beidseitig Standard – 2181.60 CHF inkl. MWSt.
  • Beidseitig Komplex- 3209.76 CHF inkl. MWSt.

Hörgeräte Pauschalsystem in der Schweiz

Grundsätzlich begrüsst die ganze Hörgerätebranche in der Schweiz die Hörgeräte-Pauschalsysteme. Die administrativen Aufwände sind tiefer und die Abrechnungen sind um einiges einfacher. Dies spart Zeit und Geld. Zudem wird ein Wettbewerb geschaffen. Jedoch sind die Pauschalen von IV und AHV zu tief angesetzt. Diese Strategie und diese Hörgeräte-Pauschalen sind nicht Nachhaltig und diskriminieren Versicherte in der Schweiz, vorwiegend Rentner. Wie von ohrwiki.ch setzen uns für eine nachhaltige, qualitativ hochwertige und kostengünstige Hörgeräteanpassung in der Schweiz ein.

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